Samstag, 17. November 2018

US-Versorger TXU ist pleite Das größte Private-Equity-Debakel aller Zeiten

Party oder Pleite: Die zehn größten Leveraged Buyouts und was aus ihnen wurde
REUTERS

Der gewagtetste Private-Equity-Deal aller Zeiten endet im Desaster. Sieben Jahre nach der 45-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Versorgers Energy Future Holdings (TXU) durch Finanzinvestoren um KKR ist der Energiekonzern kollabiert. Zu tun hat das auch mit dem Fracking-Boom in den USA.

Hamburg - Die letzte Hoffnung für Energy Future Holdings ruhte auf dem Wetter. Würde der außergewöhnlich kalte Winter in den USA den Gaspreis deutlich in die Höhe treiben und dem dahinsiechenden texanischen Versorger die dringend benötigte Geldinfusion verpassen? Ein hoher Gaspreis stimuliert auch den Strompreis, und das hätte mehr Einnahmen für das strauchelnde Unternehmen bedeutet.

Jetzt ist klar: Es hat nicht gereicht. Gestern hat der Energiekonzern Bankrott nach Kapitel 11 gemäß dem US-Insolvenzgesetz angemeldet. Es bleiben ein 40-Milliarden-Dollar-Schuldenberg und die bittere Erkenntnis, dass die größte fremdfinanzierte Übernahme des Typs "Leveraged Buyout" aller Zeiten gescheitert ist.

Es war das Jahr 2007, als die Private-Equity-Investoren KKR Börsen-Chart zeigen, TPG Capital und Goldman Sachs Capital Partners das Unternehmen übernahmen, das damals TXU hieß (den Namen trägt heute noch die Stromvertriebs-Tochtergesellschaft). Der Kaufpreis betrug 31,8 Millionen Dollar; inklusive Altlasten taxierten ihn Marktkenner auf etwa 45 Milliarden Dollar.

Leveraged Buyouts als der letzte Schrei

Damit rangiert der Deal laut Wall Street Journal an der Spitze aller jemals getätigten derartigen Übernahmen. Das Fremdkapital, das den Kauf ermöglichte, stammte unter anderem von Investor-Legende Warren Buffett.

In der Finanzwelt waren derartige Geschäfte damals der letzte Schrei. Die Übernahmeziele konnten gar nicht groß genug sein. Auch in Deutschland gerieten zahlreiche Firmen ins Visier von internationalen Finanzinvestoren, landläufig "Heuschrecken" genannt.

Das Grundprinzip eines solchen Leveraged Buyouts: Investoren übernehmen ein Unternehmen und bürden diesem die für den Deal erforderlichen Kredite auf. Die Firma muss dann Zinsen, Tilgung und Dividenden aus dem laufenden Geschäft finanzieren.

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