Samstag, 28. Mai 2016

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Energienetze Vattenfalls letzte Schlacht

Vattenfall in Deutschland: Debakel in sieben Akten
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2. Teil: Netze als rettender Anker

Längst macht sich die Misere in den Geschäftszahlen bemerkbar. Quartal für Quartal schreibt Vattenfall auf seine deutschen Kraftwerke hohe Beträge ab, die sich mittlerweile auf 2,3 Milliarden Euro addieren. Operativ rutschte der Konzern in Deutschland zuletzt in die roten Zahlen.

Abgesehen vom Vertriebsgeschäft bereiten den Skandinaviern fast nur noch die monopolähnliche Fernwärme und das staatlich regulierte Geschäft mit den Netzen Freude. In guten Jahren sind dreistellige Millionengewinne in diesen Bereichen locker drin. "Die Netze sind uns sehr wichtig", sagt ein Vattenfall-Sprecher.

Im Fall der Stromnetze legt die Bundesnetzagentur die Kapitalverzinsung fest. "Trotz mancher Schwankungen ist der Netzbetrieb eine sichere Bank, die das übrige Geschäft stützt", sagt Energiewirtschaftsexperte Thorsten Pape von der Unternehmensberatung PA Consulting mit Blick auf alle großen Versorger.

Verteilnetz bringt mehr Geld als Stromerzeugung

Konzerne, die effizient wirtschaften, können im Netzgeschäft Kapitalrenditen um die 5 Prozent erzielen. Nicht wirklich viel - aber eben verlässlich. "Im Netzgeschäft ist die Verzinsung derzeit höher als bei der Erzeugung", sagt Pape. "Das hat es nicht oft gegeben."

Eon erwirtschaftet mit dem deutschen Verteilnetz inzwischen einen höheren operativen Gewinn als mit der konventionellen Stromerzeugung in ganz Europa. "Das regulierte Geschäft, vor allem das Verteilnetzgeschäft in Deutschland, Schweden und Tschechien, hat sich auch im ersten Halbjahr als stabile Säule unseres Ergebnisses behauptet", strich Eon-Chef Johannes Teyssen heraus, als er jüngst den Zwischenbericht präsentierte.

"Jedes profitables Geschäft, das eine Gegenposition zur defizitären Stromerzeugung darstellt, ist derzeit ein herbeigesehntes Geschäft", sagt Analyst Erkan Ayciycek von der Landesbank Baden-Württemberg. So stärken die Netze auch die Position gegenüber den zuletzt immer lauter mäkelnden Ratingagenturen.

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