Montag, 11. Dezember 2017

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Dividendenversprechen im Übernahmekampf Uniper-Chef will das Füllhorn ausschütten

Gibt sich bullish: Uniper-Chef Klaus Schäfer will die Dividende kontinuierlich erhöhen und stellt zugleich mehr Wachstum in Aussicht

Der vom finnischen Versorger Fortum umworbene Energiekonzern Uniper will die Anleger mit höheren Dividenden bei der Stange halten. Zugleich stellt Konzernchef Klaus Schäfer mehr Wachstum in Aussicht.

Mitten im Abwehrkampf gegen die Übernahme durch den finnischen Energieversorger Fortum will Uniper gute Stimmung bei seinen Aktionären machen. Die Dividende solle bis 2020 im Durchschnitt um 25 Prozent pro Jahr steigen, teilte der deutsche Kraftwerksbetreiber am Donnerstag in einer Mitteilung zum Investorentag mit.

Der Ergebnisausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt, für das kommende Jahr wurde erstmals ein Ziel genannt. Uniper geht von einem bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 0,8 bis 1,1 Milliarden Euro aus. Die Spanne ist etwas geringer als für dieses Jahr, da Uniper unter anderem Unternehmensteile verkauft hat.

Die drohende Übernahme durch die finnische Fortum lehnt Uniper weiter ab, eine Änderung dieser Haltung war auch nicht erwartet worden. Unternehmenschef Klaus Schäfer, der sich jüngst mit Fortum zu Gesprächen getroffen hatte, teilte erneut mit, dass "Uniper als eigenständiges Unternehmen mit einem sehr vernetzten und werthaltigen Portfolio bestens aufgestellt" sei. Wachstumschancen sieht er zum Beispiel im Gasgeschäft oder beim Thema Versorgungssicherheit.

Fortum will Uniper übernehmen und hat sich im Grundsatz bereits mit Uniper-Großaktionär Eon Börsen-Chart zeigen auf den Kauf von dessen 47-Prozent-Beteiligung geeinigt - gegen den erklärten Willen des Uniper-Managements. Uniper fürchtet als Folge einer Übernahme um tausende Arbeitsplätze bis hin zur Zerschlagung.

Fortum und Schäfer müssen sich jetzt auch noch mit dem Hedgefonds Elliott Management auseinandersetzen. Der aggressive Investor ist mit mehr als 5 Prozent bei dem Kraftwerksbetreiber eingestiegen, wie manager-magagzin.de am Dienstag exklusiv meldete. Das von dem streitlustigen Milliardär Paul Singer gegründete Unternehmen Elliott mischt sich oft in Übernahmen am Aktienmarkt ein - meist, um den Preis weiter hochzutreiben und den Gewinn kurzfristig einzustreichen. Ob Schäfer schon Kontakt zu seinem neuen Aktionär aufgenommen hat, ist nicht bekannt.

rei mit dpa

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