Montag, 25. Juni 2018

Eon-Chef Johannes Teyssen und Uniper-Boss Klaus Schäfer Wie zwei Dax-Granden von Duz-Freunden zu erbitterten Kontrahenten wurden

Uniper-Vorkämpfer Klaus Schäfer (links) und Eon-Anführer Johannes Teyssen (rechts).

Klaus Schäfer, 50jähriger Bayer und Chef von rund 40 Kraftwerken sowie 12.000 Beschäftigten, kämpft gerade den Kampf seines beruflichen Lebens. Am kommenden Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags, wird der Chef des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper wissen, ob er ihn verloren hat.

Es geht nicht um einen Auftragseinbruch, die falsche Strategie und im Grunde auch nur am Rande um eine feindliche Übernahme.

Schäfer kämpft gegen das wohl grässlichste Folter-Instrument des deutschen Aktienrechts für Vorstandschefs: die "Sonderprüfung".

Am 6. Juni treffen sich die Aktionäre Unipers zur Hauptversammlung in Essen, um über einen Antrag einer der ihren abzustimmen. Der aktivistische Hedgefonds Elliott des Milliardärs Paul Singer will über sein Investmentvehikel Cornwall einen externen Sonderprüfer in Schäfers Reich schicken. Der Auftrag: Eine interne Untersuchung, ob der Vorstandschef bei dessen Abwehrkampf gegen den finnischen Kaufinteressenten Fortum tatsächlich sauber gearbeitet hat.

Für Elliott steht viel Geld auf dem Spiel: Fortum kann Uniper derzeit nicht komplett übernehmen. Die Finnen hatten es so geplant, Schäfer war immer öffentlich dagegen. Russland, wo Uniper eine große Tochter betreibt, hat, nach einigen Briefen aus dem Hause Schäfers, sein Veto eingelegt. Dadurch geht Elliott eine hübsche Prämie verloren.

Auch für Schäfer steht auch viel auf dem Spiel: Reputation, vielleicht sogar Schadensersatz. Denn bei solch einer Sonderprüfung weiß man nie, was die alles zutage fördert und wie das am Ende verwendet wird - ein Graus für jeden Vorstandschef und dessen Kontrollbegehr.

Stimmt die Hauptversammlung also mit einfacher Stimmenmehrheit der Sonderprüfung zu, hat Schäfer den Feind im eigenen Konzern. Seit Wochen schon antichambriert er daher, den Antrag doch bitte fallenzulassen. Am Mittwoch entschloss er sich zum Gegenangriff, allerdings mit Schönheitsfehlern: Sein Aufsichtsrat veröffentlichte auf sechs Seiten Argumente dafür, warum Schäfer ganz im Sinne des Gesetzes gearbeitet haben soll.

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