Mittwoch, 24. Januar 2018

Weltgrößte Batteriefarm - Zuschlag für Tesla Der Countdown für Elon Musks 200-Millionen-Wette läuft

Tesla-Chef Elon Musk

Die Wette gilt: Tesla-Chef Elon Musk darf in Südaustralien beweisen, dass er in 100 Tagen die weltgrößte Batteriefarm bauen kann - und den Bundesstaat damit vor neuerlich Blackouts bewahren kann.

Somit steigt der Elektroauto-Bauer endgültig auch groß ins Energiegeschäft ein. Die Anlage mit einer Speicherkapazität von 129 Megawattstunden soll dazu dienen, Strom aus einem Windpark zu speichern. Mit dem Projekt will Südaustralien die Stromversorgung bei Engpässen an windarmen Tagen sichern.

Musk, der sich in den kommenden Jahren zum Massenhersteller von E-Mobilen aufschwingen will, geht das Vorhaben wie eine Wette an. Eine Menge Leute werde sich fragen: "Können die das in hundert Tagen schaffen? Wird es funktionieren?", sagte der Unternehmer in Adelaide. "Wir werden hart daran arbeiten, um sicher zu sein, dass es funktioniert."

Der Deal ist für Musk nicht ohne Risiko: Denn sollte er das Speicherwerk nicht rechtzeitig ans Laufen bringt, bekommt es der Bundesstaat kostenlos. Ein Scheitern würde sein Unternehmen "50 Millionen Dollar oder mehr" kosten, sagte Musk. Weder er noch die Politiker äußerten sich zu Kosten des Vorhabens. An der Börse trat die Tesla-Aktie in einem freundlichen Gesamtmarkt auf der Stelle.

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Bild: Bloomberg / Wochit

Der australische Bundesstaat mit seinen 1,7 Millionen Einwohnern geht auf dem von Kohlestrom dominierten Kontinent einen eigenen Weg und treibt den Ausbau der Windenergie voran. Die Schließung von Kohlekraftwerken hat allerdings zu Ausfällen in anderen Regionen geführt, wodurch die Strompreise in die Höhe getrieben wurden.

Bisher ist es nicht gelungen, die Stromversorgung auch an Tagen zu gewährleisten, an denen weniger Wind weht. Das soll sich durch die Mega-Batterie ändern, die den gespeicherten Strom bei Windflaute ans Netz abgibt. Die Energie soll ausreichen, um 30.000 Haushalte zu versorgen, wie ein Tesla-Sprecher sagte.

Andere Autohersteller basteln an ähnlichen Projekten. Renault-Nissan etwa prüft Insidern zufolge den Bau eines Batterieparks mit einer Leistung von 100 Megawatt. Für diese Anlage sollen gebrauchte Akkus von Elektroautos zu großen Blöcken gebündelt werden, die als Zwischenspeicher für Wind- und Sonnenergie dienen. Auch BMW und Daimler befassen sich mit der Wiederverwendung alter Batterien aus Elektroautos.

Musk verfolgt mit Tesla Börsen-Chart zeigen ehrgeizige Ziele und treibt damit die anderen Autohersteller vor sich her. 2018 wollen die Kalifornier eine halbe Million Fahrzeuge produzieren. Dazu soll das kompakte Model 3 beitragen, dessen Produktion gerade anläuft. Um die steigende Zahl an Elektroautos mit Akkus zu versorgen, stampft Tesla im US-Bundesstaat Nevada für fünf Milliarden Dollar derzeit eine große Batteriefabrik aus dem Boden.

nis/rtr

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