Dienstag, 12. Dezember 2017

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Schlammschlacht bei Tata Wie sich der indische Industrieriese Tata selbst zerlegt

Ratan Tata: Der indische Unternehmer hat sich im Famiien-Konglomerat zurück an die Macht geputscht

Cyrus P Mistry: Der gefeuerte Tata-Sons-CEO will nicht kampflos aufgeben

In Indien ist Tata ein bestens bekannter Haushaltsname. Von Tee über Autos, Versicherungen, Immobilien bis hin zum Stahl- und Energiegeschäft gibt es nur wenige Geschäftssegmente, in denen Indiens größtes Industriekonglomerat nicht mitmischt. Mehr als 660.000 Beschäftigte verdienen dort ihr Geld. Rund 30 börsennotierte Unternehmen sind aus dem Firmengeflecht mit dreistelligem Milliardenumsatz hervorgegangen. Und auch in Deutschland ist der Mischkonzern mittlerweile vielen bekannt - seit Thyssen-Investor Cevian ganz offen mit einer Fusion der Stahlsparte von Thyssen mit Tata Steel liebäugelt. Doch aktuell wird der indische Vorzeigekonzern von einer Schlammschlacht erschüttert, deren Auswirkungen bis ins ferne Deutschland reichen könnten.

Offensichtlich wurde der Konflikt am Montag vergangener Woche. Damals wurde überraschend bekannt, dass CEO Cyrus P. Mistry, der seit 2012 als erster familienfremder Manager über die Geschicke von Tata Sons lenkte, gehen muss. Tata Sons ist die Beteiligungsgesellschaft, über die die indische Familie Tata mit ihren Trusts ihre Zweidrittelmehrheit an den meisten Unternehmungen des Mischkonzerns hält. Weitere rund 18 Prozent gehören Mistrys Clan, der damit nicht nur Ex-CEO, sondern mit seiner Familie auch zweitgrößter Anteilseigner ist.

Die Nachricht schlug in Indien ein wie eine Bombe. Den Posten des in Ungnade gefallenen Mistry übernahm vorübergehend der 78-Jährigen Ratan Tata selbst, der nach mehreren Jahren an der Konzernspitze eigentlich bereits 2012 seinen Abschied vom Top-Management genommen hatte. Doch das war erst der Anfang. In den Folgetagen entspann sich eine Schlammschlacht, die mittlerweile nicht nur den Ruf, sondern auch das Rating einzelner Konzerntöchter in Mitleidenschaft gezogen hat.

Denn der gefeuerte Mistry ging nicht still und leise, sondern wehrte sich in einem Brief an den Verwaltungsrat lautstark gegen seine Absetzung.

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