Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Stromspeicher-Hersteller gehen in die Offensive Der Kampf um Deutschlands Keller ist eröffnet

Der Kampf um Deutschlands Keller ist eröffnet: Dank neuer, billigerer Stromspeicher können sich viele Hausbesitzer unabhängiger von ihrem Versorger machen. Firmen aus verschiedenen Branchen greifen an. Eine Übersicht.

Sehen Chancen im Batterie-Geschäft: Stefan Quandt (Solarwatt, o.l., im Uhrzeigersinn), Wang Chuanfu (BYD), Dieter Zetsche (Daimler), Elon Musk (Tesla), Philipp Schröder (Sonnen), Johannes Teyssen (Eon)
Solarwatt, REUTERS, DPA, Getty Images, DPA, AFP
Sehen Chancen im Batterie-Geschäft: Stefan Quandt (Solarwatt, o.l., im Uhrzeigersinn), Wang Chuanfu (BYD), Dieter Zetsche (Daimler), Elon Musk (Tesla), Philipp Schröder (Sonnen), Johannes Teyssen (Eon)

Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sinken kontinuierlich - das erfreut nicht nur Hersteller von Elektroautos. Die Akku-Industrie zielt inzwischen verstärkt auf die Keller von Immobilienbesitzern. Dort könnten zunehmend Heimspeicher einen Platz finden - und Verbraucher unabhängiger von ihrem Versorger machen, wenn sie mit einer Solaranlage kombiniert werden.

Eine umfassende Analyse des Deutschen Cleantech-Instituts in Zusammenarbeit mit manager-magazin.de zeigt, dass die Geräte immer häufiger wirtschaftlich sind - und wie groß das Angebot inzwischen ist.

Anbieter aus ganz verschiedenen Branchen wollen die Energiewende für sich nutzen und möglichst große Stücke vom Kuchen erobern, der beständig wächst. manager-magazin.de identifiziert die wichtigsten Spieler.

Die Energieversorger: Wenn Du Dich nicht selbst kannibalisierst ...

Eon-Chef Johannes Teyssen: Auch die etablierten Versorger mischen beim Akku-Geschäft mit
Getty Images
Eon-Chef Johannes Teyssen: Auch die etablierten Versorger mischen beim Akku-Geschäft mit

Energiewende und Energieversorger - das hat lange überhaupt nicht zusammengepasst. RWE Börsen-Chart zeigen, Eon und Co. leiden seit Jahren unter der staatlich geförderten Flut von Solaranlagen und Windrädern. Und jetzt auch noch Speicher? Diese könnten endgültig dazu führen, dass die Platzhirsche, zu denen auch Stadtwerke gehören, kaum noch gefragt sind.

Doch anders als zu Beginn des Ökostrombooms mischen die etablierten Versorger bei Akkus voll mit. "Wir möchten unsere Kunden dabei unterstützen, zu selbständigen Energie-Managern zu werden", sagt beispielsweise Eon-Vorstand Karsten Wildberger. Dazu bietet das Unternehmen Solaranlagen, Heimakkus und die Möglichkeit, Strom virtuell in einer Cloud zu speichern.

Vor- und Nachteil zugleich für die Unternehmen dürfte ihre Vergangenheit als Quasi-Oligopolisten sein. Einerseits haben sie den Draht zu Millionen Kunden, kennen deren Gewohnheiten und wissen um technische (Un-) Möglichkeiten vor Ort. Andererseits sind die Firmen und ihre Mitarbeiter oft wenig geübt darin, Kunden Produkte effektiv zu verkaufen - und kämpfen trotz des Gesinnungswandels mitunter noch mit ihrem alten Ruf als Energie-Dinos.

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