Montag, 29. August 2016

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Selbstversorger-Trend 2.0 Wie sieben Ex-Tesla-Manager RWE und Eon abschaffen wollen

Ehemaliger Tesla-Deutschland-Chef Philipp Schröder: Angriff auf die etablierten Stromversorger
Youtube / ecosummitTV
Ehemaliger Tesla-Deutschland-Chef Philipp Schröder: Angriff auf die etablierten Stromversorger

Viele deutsche Hausbesitzer träumen davon, ihre Energie vollständig selbst zu erzeugen - zum Beispiel mit einer Solaranlage und einer Batterie. Alles schön und gut - was aber, wenn die Sonne länger mal nicht scheint? Dann müssen eben doch wieder die Kohlekraftwerke der Großversorger ran. Und das mit der erträumten Energie-Autonomie, so die These, klappt eben doch nicht so ganz.

Der ehemalige Tesla-Manager Philipp Schröder (32) will das ändern. Zusammen mit gleich sechs Kollegen - darunter die Vertriebsexperten Marcel Meub, Alan Atzberger und Jonas Rabe - ist er gerade von dem kalifornischen Elektroautobauer zum bayerischen Mittelständler Sonnenbatterie gewechselt. Dort hat die Truppe ein Geschäftsmodell entwickelt, das den Managern der Energieversorger den "kalten Angstschweiß" (Schröder) auf die Stirn treiben soll.

Den Hang zu markigen Sprüchen hat Geschäftsführer Schröder offenbar von seinem ehemaligen Chef Elon Musk mitgebracht. Doch wird seine Idee auch so erfolgreich sein, wie die meisten Projekte des amerikanischen Multi-Unternehmers, der auch bei Raketenbauer SpaceX und SolarCity den Ton angibt?

Eigenen Strom zu verbrauchen, ist zunehmend wirtschaftlich

Schröder und seine Leute wollen von einem Trend profitieren, der bereits sichtbar ist und bei dem auch BMW-Großaktionär Stefan Quandt mitmischt: Aufgrund steigender Strompreise produzieren und verbrauchen Hausbesitzer ihren Strom zunehmend selbst. Auf den Dächern nimmt die Zahl installierter Solaranlagen weiter zu, in deutschen Kellern halten Batteriespeicher Einzug. Die Technik verbilligt sich, Eigenstrom ist in vielen Fällen für Privatleute und Firmen bereits wirtschaftlich.

Dennoch bleibt der klassische Stromvertrag zur Absicherung bisher die Regel. Daran verdienen Versorger wie RWE Börsen-Chart zeigen und Eon. Sie lassen sich diese Backup-Funktion zunehmend üppig vergüten, wie die jüngst ausgehandelte, milliardenteure Stillhalteprämie für alte Braunkohlewerke zeigt.

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Doch geht es nach den Tesla-Abtrünnigen, sind die Stromversorger demnächst so gut wie überflüssig. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber in zehn Jahren soll die Energiewelt schon komplett anders aussehen als heute - auch dank des Sonnenbatterie-Projekts. "Dann haben wir mehr Kunden als Eon", behauptet Schröder.

Die Grundidee geht so: Hausbesitzer und Kleinunternehmer mit Solar- und Biogasanlagen sowie Batterien schließen sich zu einer Art Stromgemeinschaft zusammen. Wer gerade zu viel Elektrizität produziert, gibt den anderen Mitgliedern davon ab. Wer gerade zu wenig hat, dem helfen die anderen aus.

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