Donnerstag, 28. Juli 2016

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MM-Grafik Erneuerbare Energien überholen weltweit Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke

Für die Energiewirtschaft war 2013 eine Zeitenwende: Weltweit wurden erstmals Ökostrom-Anlagen zugebaut, deren Leistung die der konventionellen Kraftwerke übertrifft - trotz des Kohlebooms in China und Indien. Der Hauptgrund ist ökonomischer Natur.


Hamburg - Jede Woche geht in China ein neues Kohlekraftwerk ans Netz, dagegen können ein paar Windrädchen in Deutschland nichts ausrichten - so lautet ein gängiges Vorurteil über den Zustand der weltweiten Energielandschaft. Tatsächlich sind im vergangenen Jahr weltweit Ökostromanlagen mit einer Leistung ans Netz gegangen, die die von konventionellen Kraftwerken übertrifft, wie die Grafik von Statista zeigt.

Seit der Jahrtausendwende ist die jährlich installierte Leistung von Wasserkraft-, Windkraft- und Solaranlagen in hohem Tempo auf 120 Gigawatt gewachsen. Davon entfielen 40 Gigawatt auf die Wasserkraft, 38 Gigawatt auf Solaranlagen und 35,5 Gigawatt auf Windkraftanlagen. Die Leistung der zugebauten Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke ging dagegen zuletzt deutlich zurück, trotz ambitionierter Zubaupläne in China, Indien und den USA.

Am stärksten getrieben wird das Wachstum der erneuerbaren Energien nicht mehr von OECD-Ländern wie Deutschland. Erstmals entfiel der Großteil des Zubaus 2013 auf Schwellen- und Entwicklungsländern, wie die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (Irena) mitteilte. "Das rasche Wachstum ist vor allem den sinkenden Kosten für erneuerbare Energien geschuldet", hält die Regierungsorganisation in ihrem Bericht "Rethinking Energy" fest.

Der weltweite Paradigmenwechsel in der Energiewirtschaft hat dazu geführt, dass der Anteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung auf 22 Prozent gewachsen ist. Daran hält die Wasserkraft immer noch den weitaus größten Anteil.

Die neu zugebaute Stromerzeugungsleistung gibt keinen exakten Aufschluss darüber, wieviel Strom tatsächlich mit den neuen Anlagen erzeugt wird. Wasser, Atom- und Kohlekraftwerke sind typischerweise besser ausgelastet als Gaskraftwerke. Bei Solar- und Windkraftanlagen führen wechselndes Wetter und der Sonnenstand dazu, dass typischerweise 10 bis 40 Prozent der Leistung genutzt werden können.


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