Dienstag, 17. Oktober 2017

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Steuern in Norwegen Statoil legt Ölprojekt in der Arktis auf Eis

Teurer Ausflug: Probebohrinsel von Statoil in der Barentssee

Zwölf Milliarden Euro hatte der norwegische Ölkonzern Statoil für das Projekt "Johan Castberg" eingeplant. Nun wird vorerst nichts aus dem größten Investitionsvorhaben in der Arktis. Als Grund verweist der Staatskonzern auf die Steuerpolitik der eigenen Regierung.

Oslo - In Norwegen hat mit Statoil der erste große Ölkonzern wegen der Steuerpolitik der Regierung ein Milliardenprojekt auf Eis gelegt. Das Vorhaben "Johan Castberg" zur Erforschung von Ölvorkommen in der Barentsee werde verschoben, teilte das staatlich kontrollierte Unternehmen am Mittwoch mit.

Das Projekt mit geschätzten Kosten von umgerechnet knapp zwölf Milliarden Euro sollte eigentlich Ende 2018 beginnen und wäre das bislang größte Ölprojekt von Statoil Börsen-Chart zeigen gewesen. Statoil hatte erst zu Jahresbeginn Pläne für ein großes Ölförderzentrum an der Nordspitze Europas verkündet, um neue Vorkommen zu erschließen. Die Reserven in den 2011 und 2012 entdeckten Feldern 240 Kilometer nordwestlich von Hammerfest werden auf 400 bis 600 Millionen Fass Öl geschätzt.

Wegen der jüngsten Änderungen bei den Steuern für Energieunternehmen würden solche Projekte weniger attraktiv, begründete Statoil-Entwicklungschef Øystein Michelsen den Entschluss. "Das hat es notwendig gemacht, das Johan-Castberg-Projekt zu überprüfen", erklärte er.

Die norwegische Regierung hat mit ihrer Steuerpolitik bei vielen Unternehmen der Branche für Unmut gesorgt. Es gibt eine neue Energiesteuer und eine Verteuerung des Transports bestimmter Gase. Die Firmen sind der Ansicht, durch die Änderungen werde Norwegen als Investitionsstandort unattraktiver. Bislang wurden deswegen aber keine Projekte abgesagt. Statoil strebt weiterhin an, im Jahr 2020 mehr als 2,5 Millionen Fass Öläquivalent täglich zu fördern, 1,4 Millionen Fass davon auf dem norwegischen Kontinentalschelf.

Statoil gehört zu zwei Dritteln dem norwegischen Staat. Die Gesellschaft ist Produktionsführer von "Johan Castberg". Außerdem daran beteiligt sind mit 30 Prozent der italienische Energiekonzern Eni Börsen-Chart zeigen und mit 20 Prozent die vollständig staatliche norwegische Ölgesellschaft Petoro.

ak/rtr

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