Donnerstag, 17. Januar 2019

Solarstrom billiger als Atom Das blaue Wunder

Solaranlage in Mecklenburg-Vorpommern: Wer auf Paneele auf dem Dach verzichtet, verschenkt immer öfter Geld

2. Teil: RWE, Eon und Co. haben die Entwicklung verschlafen

Die jüngste Einigung der EU mit China über den Handel mit Solarmodulen dürfte das niedrige Preisniveau stabilisieren - zum Ärger der notleidenden europäischen Solarkonzerne wie Solarworld Börsen-Chart zeigen, aber zur Freude der Stromkunden. "Solarstrom ist günstiger als Atomstrom - das ist ein positives Signal für die Energiewende", sagt DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

"Wir haben den Punkt erreicht, an dem die Solarenergie beim Preis mit allen anderen Formen der Energieerzeugung mithalten kann - mit Ausnahme von Onshore-Windkraft an der Küste", sagt Berhard Beck, Geschäftsführer von Deutschlands größtem Solarkraftwerks-Projektierer Belectric. Würde der Gesetzgeber geeignete Flächen freigeben, ließe sich darauf Strom aus Fotovoltaikanlagen für neun Cent die Kilowattstunde erzeugen.

Kaum jemand hätte diese Entwicklung vor ein paar Jahren für möglich gehalten, als die Kosten für Solarstrom noch mit mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde zu Buche schlugen. Auch wenn sich Atom-, Kohle- und Solarstrom nicht nur über die Erzeugungskosten vergleichen lassen, reichen die Konsequenzen des Preisverfalls weit.

So geraten die Energieversorger wie Eon Börsen-Chart zeigen, RWE Börsen-Chart zeigen, EnBW Börsen-Chart zeigen und Vattenfall noch stärker unter Druck. Sie haben die Entwicklung verschlafen und fast gar nicht in Solaranlagen investiert. So behauptete Ex-RWE-Chef Jürgen Großmann vor nicht einmal zwei Jahren, Solarenergie in Deutschland sei so sinnvoll wie Ananaszucht in Alaska.

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