Freitag, 1. Juli 2016

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Eon und RWE wollen auch mitmachen Energieindustrie erwartet Solar-Goldrausch in den USA

Solarkraftwerk im US-Bundesstaat Nevada: Steuererleichterungen bleiben bestehen

Ein kleines Kapitel, versteckt ab Seite 2005 im US-Haushaltsgesetz, lässt die Solarindustrie vor Freude jauchzen. Um satte fünf Jahre wird der 30-prozentige Steuernachlass für Sonnenenergie-Kraftwerke verlängert und läuft anschließend langsam aus. So haben es Republikaner und Demokraten in der Nacht zu Donnerstag in einem spektakulären Polit-Deal beschlossen. Im Gegenzug hob der Kongress das Exportverbot für Rohöl auf.

Der Beschluss hat es in sich. Denn dank dem Steuer-Kracher behält die Photovoltaik-Branche in den USA einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Mit dem üppigen Geschenk hatten Investoren offenbar überhaupt nicht gerechnet: Die Aktien von Firmen wie Solarcity, Sunrun oder First Solar Börsen-Chart zeigen legten mit einem Schlag um bis zu 35 Prozent zu. Auch deutsche Werte wie SMA Solar Börsen-Chart zeigen (plus 9 Prozent) oder Centrosolar (plus 40 Prozent) gewannen am Donnerstag deutlich.

Elon Musks Cousin gehört zu den größten Gewinnern

"Wir applaudieren dieser Vereinbarung, die dem Wachstum der Solarenergie Priorität einräumt", jubelte Solarcity-Chef Lyndon Rive, ein Cousin von Tesla Börsen-Chart zeigen -Boss Elon Musk. Die Freude ist nachvollziehbar: Satte 40 Milliarden Dollar zusätzlich würden Investoren in den Jahren 2016 bis 2020 in den Bau von Solaranlagen in den USA stecken, hat die Beratung GTM Research in einer Schnellanalyse ermittelt.

Die frohe Kunde aus den USA passt ins Bild - zuletzt häufen sich die guten Nachrichten für die Solarindustrie:

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• Auf dem Pariser UN-Klimagipfel haben 196 Staaten beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen in den kommenden Jahrzehnten faktisch auf Null zurückzufahren. Experten rechnen damit, dass viele Länder der Sonnenkraft deshalb einen größeren Stellenwert einräumen

• So will Indien die Solarenergie bis zum Jahr 2022 auf 100 Gigawatt ausbauen. Das entspricht bei maximaler Auslastung der Leistung von 100 Atomkraftwerken. Etwa ein Fünftel der geplanten Anlagen hat die Regierung bereits genehmigt. Die USA, Frankreich und Deutschland unterstützen Indiens Solaroffensive

• Brasilien hat ebenfalls große Solarpläne. Am Dienstag gab die Regierung bekannt, bis 2030 Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von 23,5 Gigawatt zu installieren

• China erhöht seine Solar-Ziele beinahe im Quartalsrhythmus - zuletzt im Oktober auf 150 Gigawatt bis 2020. Zudem hat die Staatsführung gerade ein Programm ins Leben gerufen, mit dem Hausbesitzer Photovoltaikanlagen leasen können anstatt sie zu kaufen.

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