Mittwoch, 24. Oktober 2018

200 Gigawatt im Jahr 2030 Das 200-Milliarden-Dollar-Ding - Softbank und Saudis planen weltgrößten Solarpark

 Sie haben Großes vor: Softbank-Chef Masayoshi Son und Saudi Arabiens oberster Modernisierer, Kronprinz Mohammed bin Salman
Bloomberg via Getty Images
Sie haben Großes vor: Softbank-Chef Masayoshi Son und Saudi Arabiens oberster Modernisierer, Kronprinz Mohammed bin Salman

Neben dem jungen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wirkt Masayoshi Son im wahrsten Wortsinn klein. Doch was der Gründer des japanischen Technologiekonzerns Softbank auch anfasst - in der Regel ist es groß, sehr groß sogar. Das zeigte sich etwa Mitte vergangenen Jahres, als Softbank erklärte, von Investoren 93 Milliarden Dollar für seinen Technologiefonds "Vision Fund" eingesammelt zu haben.

Seitdem strömte das Geld in diverse Projekte. Zuletzt investierte der Fonds für hiesige Verhältnisse sensationelle 460 Millionen Euro in das Berliner Start-up Auto1, den Betreiber der Gebrauchtwagenplattform "wirkaufendeinauto.de". Zu den ersten Geldgebern des Vision Fund zählt auch Saudi Arabien, das über seinen Staatsfonds "PIF" (Public Investment Funds of the Kindom of Saudi Arabia) investiert ist.

Mit den Saudis will Masayoshi nun ein 200 Milliarden Dollar schweres Solarprojekt angehen - das weltweit größte seiner Art, wie Son am Mittwoch in New York versichert. Der Kronprinz und Son unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung.

An Sonne und Platz für riesige Solaranlagen mangelt es in Saudi-Arabien bekanntlich nicht. Das Projekt werde die Abhängigkeit des Landes vom Öl reduzieren und Saudi Arabien zu einem bedeutenden Stromlieferanten machen, zeigt sich Son überzeugt. Bis 2030 sollen die Solaranlagen auf eine installierte Leistung von 200 Gigawatt wachsen, was in etwa der Leistung von 20 Atomkraftwerken entspricht, heißt es. Der über die Anlagen erzeugte Strom soll zu einem Teil auch verkauft werden, berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und AP über ihre englischsprachigen Dienste.

Zunächst wollen die Investoren die Sonnenkollektoren importieren, später sollen die Solarmodule auch im Land selbst produziert und montiert werden. Mit dem Bau der Anlage werde man sofort beginnen und die Stromproduktion im nächsten Jahr starten.

Son gilt als Kritiker der Kernenergie, nachdem ein Tsunami im Jahr 2011 in Fukushima im Nordosten Japans die schlimmste Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl ausgelöst hatte. Solarenergie ist seitdem ein wichtiger Teil seiner Unternehmensstrategie.

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