Montag, 26. September 2016

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Turm in Essen RWE verkauft Zentrale, um Schuldenlast zu drücken

Der RWE-Turm in Essen ist 127 Meter hoch. RWE verkauft das Gebäude und mietet ist zugleich zurück

RWE ächzt unter der Schuldenlast von 31 Milliarden Euro. Jetzt verkauft der Energieversorger seine Konzernzentrale - und mietet sie zurück.

Essen - Der von hohen Schulden belastete Versorger RWE verkauft seine Essener Konzernzentrale, ein erst 1997 bezogenes 127-Meter-Hochhaus in der Innenstadt. Entsprechende Verträge mit dem US-Immobilienfonds ARC seien unterzeichnet worden, teilte RWE am Donnerstag mit.

Das Gebäude werde langfristig zurückgemietet. RWE bekenne sich ausdrücklich zum Standort Essen, unterstrich der Konzern. Über den Verkaufspreis und die Miete gab es keine Angaben.

Schätzungen zufolge dürfte es sich um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag handeln. In dem 1996 errichteten Turm und den Nebengebäuden sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt. Inklusive der Antennenspitze ist der Turm 162 Meter hoch und damit das höchste Gebäude des Ruhrgebiets.

31 Milliarden Euro Schulden - Konzernchef muss jeden Euro umdrehen

RWE-Chef Peter Terium dreht auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten derzeit jeden Stein im Unternehmen um. Den Konzern drücken Schulden von über 31 Milliarden Euro. Terium will die Kosten weiter drücken und bis Ende 2016 tausende weitere Stellen streichen. Die Zahl der Beschäftigten würde dann bei 61.000 liegen nach 74.000 im Jahr 2011. Personalvorstand Uwe Tigges hat nicht ausgeschlossen, dass der Konzern danach noch weiter schrumpfen wird. RWE hatte nach hohen Abschreibungen und einem Gewinneinbruch bei den Kraftwerken 2013 erstmals seit mehr als 60 Jahren einen Verlust verbucht. Der Fehlbetrag von fast drei Milliarden Euro war zugleich der höchste Verlust in der Geschichte börsennotierter deutscher Energiekonzerne.

Zum Gebäude selbst hieß es am Donnerstag: Der rund angelegte moderne Bürobau habe sich im Alltag als nicht unproblematisch erwiesen. Er sei "aufgrund seiner runden Architektur grundsätzlich ungeeignet für eine moderne Konzernverwaltung" und habe zu viele Freiflächen und fensterlose Räume in der Mitte. Die Büroetagen des Gebäudes würden derzeit umgestaltet, damit es "unseren Ansprüchen an moderne Arbeitsplatzkonzepte weiterhin gerecht wird", sagte Personalvorstand Uwe Tigges.

rei/dpa/rtr

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