Donnerstag, 18. Oktober 2018

Gewinn geht zurück Braunkohlegeschäft belastet RWE-Ergebnis

RWE-Braunkohlebagger in Erkelenz (NRW): Kohlestrom wirft immer weniger Gewinn ab

Der Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen hat im ersten Halbjahr weniger verdient als im Vorjahr. Der Grund war eine sinkende Profitabilität in der konventionellen Stromerzeugung sowie geringere Mengen bei Braunkohle und Kernenergie, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte.

An der derzeitigen Erholung der Stromgroßhandelspreise konnte RWE dabei nur bedingt teilhaben. Das Unternehmen hat die Strommenge aus seinen Braunkohle- und Kernkraftwerken zu niedrigeren Preisen zu einem früheren Zeitpunkt auf Termin verkauft.

Wegen der bevorstehenden Übernahme der Tochter Innogy durch Eon stellte RWE seine Finanzberichterstattung um. Innogy als Ganzes wird dabei nicht mehr wie bisher voll konsolidiert. Diejenigen Teile von Innogy, die auf Eon übergehen, weist der Konzern bis zum Verkauf als "nicht fortgeführtes Geschäft" aus. Im wesentlichen ist das das Netz- und Vertriebsgeschäft.

Der Konzern zielt daher wegen der begrenzten Aussagefähigkeit künftig auf die Kennzahlen von "RWE alleine" ab. Sie enthalten die Bereiche Braunkohle und Kernenergie, die europäische Stromerzeugung sowie den Energiehandel. Dazu kommt die Innogy-Dividende.

1,1 Milliarden Euro operatives Ergebnis

Für "RWE alleine" wies der Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 1,14 Milliarden Euro aus, nach 1,44 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das lag im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Dabei sank das Ergebnis im Bereich Braunkohle und Kernenergie deutlich, für das Gesamtjahr rechnet RWE auch weiterhin mit einem Gewinnrückgang. Auch im Geschäft mit der internationalen Stromerzeugung und im Energiehandel verdiente RWE weniger, wobei der Energiehandel nach einem schwachen Jahresstart aufholen konnte. Von Innogy floss RWE im zweiten Quartal eine unveränderte Dividende von 683 Millionen Euro zu.

Das Nettoergebnis von RWE alleine sank bereinigt von 883 auf 683 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiter ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Euro, sowie ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 500 und 800 Millionen Euro. Am Markt legte die RWE-Aktie vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 1,2 Prozent zu.

Prognose nach unten geschraubt

Für den Konzern - also inklusive der fortgeführten Innogy-Geschäftsteile - passte RWE die Prognose nach der Umstellung der Berichterstattung an und erwartet einen Rückgang des bereinigten Ebitda auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro. Der vergleichbare Vorjahreswert beträgt dabei 2,15 Milliarden Euro. Die fortgeführten Innogy-Aktivitäten dürften dabei 700 bis 800 Millionen Euro beitragen, nach 785 Millionen Euro im Vorjahr. Im ersten Halbjahr sank das bereinigte Ebitda um 27 Prozent auf 825 Millionen Euro.

RWE liege "voll im Plan für das Gesamtjahr", kommentierte Konzernchef Rolf Martin Schmitz. Der Dividendenausblick blieb RWE zufolge unverändert. So will der Konzern für 2018 die Dividende um 40 Prozent auf 0,70 Euro je Aktie anheben. Die Transaktion mit Eon kommt laut Schmitz gut voran. Nach Auslaufen des Übernahmeangebots hält Eon inzwischen gut 86 Prozent an Innogy, RWE hat seine Anteile bereits angedient. Nach der Übernahme soll RWE das Geschäft mit erneuerbaren Energien von Eon und Innogy erhalten. Damit würde RWE zur Nummer drei in Europa im Geschäft mit erneuerbaren Energien insgesamt und zur Nummer zwei in der Windkraft. Zudem wird RWE an Eon beteiligt. Mit einem Abschluss wird aber erst Ende 2019 gerechnet.

la/dpa-afx

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