Samstag, 17. November 2018

US-Kohlekonzern meldet Insolvenz an Weltgrößter privater Kohlekonzern geht in die Knie

Steinkohleförderung von Peabody: Der sinkende Preis für den Rohstoff hat die Firma in die Insolvenz getrieben
Peabody Energy
Steinkohleförderung von Peabody: Der sinkende Preis für den Rohstoff hat die Firma in die Insolvenz getrieben

Der weltgrößte private Kohleproduzent Peabody rutscht im Zuge des Preisverfalls in der Branche in die Pleite. Das Unternehmen habe Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursgesetzes für einen Großteil seines US-Geschäfts beantragt, teilte der Kohleproduzent am Mittwoch in St. Louis im Bundesstaat Missouri mit.

"Das war eine schwierige Entscheidung, aber es ist der richtige Weg für Peabody", sagte Vorstandschef Glenn Kellow. Es ermögliche dem weltweit größten börsennotierten Kohle-Konzern, die Schulden abzubauen und eine langfristige Basis für Stabilität und Erfolg zu schaffen. Peabody ist eine der größten Insolvenzen im Rohstoffbereich, seitdem die Energie- und Metallpreise Mitte 2014 wegen mauer Weltkonjunktur auf Talfahrt gegangen sind.

Der Betrieb in allen Minen und Büros des Unternehmens soll während des Konkursverfahrens normal weiterlaufen. Peabody will unter anderem die Verschuldung zurückfahren und die Fixkosten reduzieren, um langfristig überleben zu können.

US-Kohleindustrie leidet unter Schulden und Preisverfall

Bereits im März hatte Peabody vor einer drohenden Pleite gewarnt, nachdem das Unternehmen aufgrund knapper Mittel eine Zinszahlung an Kreditgeber verpasst hatte. Die US-Kohleindustrie leidet unter hohen Schulden und einem heftigen Preisverfall. Wettbewerber wie die Unternehmen Alpha Natural Resources oder Arch Coal hatten bereits Insolvenz angemeldet.

Angesichts der massiv gesunkenen Kohlepreise konnte Peabody die Schulden nicht mehr bedienen, die der Konzern im Rahmen seiner Expansion in Australien angehäuft hatte. Hintergrund ist die 5,1 Milliarden Dollar schwere Übernahme des dortigen Rivalen Macarthur vor fünf Jahren. Vor allem eine sinkende Nachfrage von Stahlherstellern in China, auf die Peabody bei dem Zukauf gesetzt hatte, machte dem Unternehmen zu schaffen.

dpa/rtr

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