Dienstag, 23. Oktober 2018

Pipelines in Österreich und Schottland außer Betrieb Die Sorge um Energiepreise ist zurück

Brand nach Explosion in Baumgarten am Dienstagvormittag

Auf den ersten Blick haben die zwei Unglücke nichts miteinander zu tun. Ihre Ursachen sind völlig verschieden, aber eine Folge haben sie gemeinsam: Die Preise für Energierohstoffe in Europa steigen spürbar, die Angst vor Versorgungsengpässen zu Beginn des Winters macht sich breit.

  • am Montag schloss der Betreiber Ineos nach einem Riss in der Nähe von Aberdeen die Forties-Pipeline, die wichtigste Lieferstrecke für britisches Öl aus der Nordsee
  • am Dienstag erschütterte eine Explosion die Gasverdichterstation Baumgarten bei Wien, den Knotenpunkt, an dem russisches Erdgas in Richtung Süddeutschland, Italien oder Balkan verteilt wird. Ein Arbeiter starb und 20 wurden verletzt. Italien rief den Energienotstand aus

Ein Toter und Verletzte nach Gasexplosion

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Bild: REUTERS

In beiden Fällen wird berichtet, die Infrastruktur werde für Wochen ausfallen. Zwar handelt es sich um kurzfristige Engpässe, die nach der Reparatur wieder behoben sein dürften, also nicht grundsätzlich die Marktdynamik ändern - das vermochte schließlich nicht einmal Hurrikan Harvey, der im Sommer das Zentrum von Amerikas Ölindustrie traf.

Die in der Reaktion steigenden Energiepreise rufen dennoch in Erinnerung, dass die aus Verbrauchersicht goldenen vergangenen drei Jahre billiger Rohstoffe vielleicht doch nicht von Dauer sein müssen.

Die "Financial Times" zitiert Massimo di Odoardo von der Energieberatung Wood Mackenzie, Europas Gasmarkt erwische ein "perfekter Sturm". Zugleich musste nämlich noch eine Verbindung zwischen dem niederländischen und dem britischen Netz aus technischen Gründen schließen, und ein großes norwegisches Gasfeld stellte die Produktion ebenfalls vorübergehend ein. Ausweichrouten über andere Pipelines und Flüssiggasimporte sind rar.

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