Mittwoch, 21. November 2018

Nach Milliardenverlust RWE sieht weiter schwarz

RWE-Braunkohlekraftwerk: Der Energiekonzern muss einen Milliardenverlust verkraften

RWE erwartet nach einem historischen Verlust für 2014 weitere Einbußen. Im abgelaufenen Jahr fuhr der Energiekonzern ein Minus von knapp 2,8 Milliarden Euro ein.

Essen - Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen muss erstmals seit der Nachkriegszeit einen Milliardenverlust verkraften. Vorwiegend wegen Abschreibungen auf seinen fossilen Kraftwerkspark lag das Ergebnis unter dem Strich im vergangenen Jahr bei minus 2,76 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle noch ein Plus von 1,31 Milliarden Euro.

Der Konzern musste 2013 Wertberichtigungen im Volumen von 4,8 Milliarden Euro vornehmen. Schwerpunkt waren dabei Gas- und Kohlekraftwerke in Europa, die wegen des Booms der erneuerbaren Energien immer seltener am Netz sind.

Das um Abschreibungen bereinigte nachhaltige Nettoergebnis gab leicht von knapp 2,5 auf 2,3 Milliarden Euro nach. RWE will seine Dividende für 2013 auf einen Euro halbieren und fährt unter Konzernchef Peter Terium einen harten Sparkurs. Die Zahl der Vollzeitstellen ging im vergangenen Jahr um knapp 3900 auf 66.300 zurück.

Das Betriebsergebnis in der konventionellen Stromerzeugung sank um 58 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro - auch weil RWE 2013 für CO2-Zertifikate Geld zahlen musste. Die gesamte Stromerzeugung des Konzerns ging um 5 Prozent auf 217 Milliarden Kilowattstunden zurück. RWE hat bereits mehrere Kohlekraftwerke wegen mangelnder Rentabilität vom Netz genommen.

RWE droht mit weiteren Stillegungen

Die Zahl stillgelegter Kraftwerke könne sich 2014 noch deutlich erhöhen, erklärte Terium im Vorwort zum Geschäftsbericht. Der RWE-Chef plädiert wie viele Branchenvertreter für einen Kapazitätsmarkt, also Zahlungen an die Versorger für das Vorhalten von Kohle- und Gasstrom. Das sei keine Subvention, betonte Terium: "Die Feuerwehr wird ja auch nicht nur dann bezahlt, wenn sie einen Brand löscht."

Mit den Zahlen verfehlte RWE die Erwartungen der Analysten sowie die eigenen Ziele ein Stück weit. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigten die Essener. Doch die sieht ebenfalls alles andere als rosig aus.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH