Dienstag, 6. Dezember 2016

Kernfusionsreaktor gestartet Unbegrenzte Energie - das heiße Versprechen aus Greifswald

Auf Knopfdruck Energie: Merkel startet mit Institutsdirektorin Sybille Günter und Ministerpräsident Erwin Sellering den Kernfusionsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald ein
Vier Eimer Wasser reichen, um so viel Energie zu erzeugen wie aus 40 Tonnen Kohle. So lautet die einfache Rechnung von Sybille Günter, der Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik. Kernfusion heißt das Geheimnis, das nahezu unbegrenzte Energie aus sauberer Quelle verspricht - und mit dem Forschungsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald hat Günters Institut am Mittwoch das größte Experiment seiner Art gestartet.

Bundeskanzlerin Merkel persönlich, selbst Physikerin und Wahlkreisabgeordnete für Greifswald, drückte den Startknopf. "Wir glauben, dass dieses Geld gut angelegt ist", kommentierte sie den milliardenteuren Bau.

Im Idealfall würde die Kernfusionstechnik eine künstliche Sonne auf der Erde darstellen. Der Stern, der letztlich alle unsere Energie erzeugt hat, funktioniert nach dem gleichen Prinzip: Unter enormer Hitze und Druck fusionieren je zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumatom, wobei Wärme freigesetzt wird. In gewisser Weise ist dies das Gegenteil der Kernspaltung, auf der Atomkraftwerke beruhen. Diese Kraft künstlich zu erzeugen, könnte ein Zeitalter des Überflusses einläuten.

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