Montag, 20. November 2017

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Hohe Abschreibungen Britisches Vertriebsgeschäft belastet RWE-Tochter Innogy

Peter Terium: Der Vorsitzende des Ökostrom-Konzerns Innogy leidet unter dem schwachen Geschäft in Großbritannien

Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft Npower haben die Ergebnisse von Innogy in den ersten neun Monaten belastet. 480 Millionen Euro schrieb der Konzern auf seine Tochter ab, wie Innogy am Montag mitteilte. Das Nettoergebnis sank im Berichtszeitraum um 61 Prozent auf 389 Millionen Euro. Erst vergangenen Woche hatte Innogy den Zusammenschluss von Innogy mit dem Vertriebsgeschäft des Konkurrenten SSE in Großbritannien angekündigt.

Innogy verwies bei der Wertberichtigung auf die schlechteren Aussichten in Großbritannien. Das angespannte Marktumfeld sowie der politische Druck hätten sich in auf der Insel im Jahresverlauf weiter verschärft. So hat die britische Regierung den seit längerem befürchteten Gesetzgebungsprozess für die Einführung einer generellen Preisobergrenze nun auf den Weg gebracht.

Das britische Geschäft ist gekennzeichnet von einem harten Wettbewerb und dem Kampf um Kunden. Bereits vor etwa einem Jahr hatte Innogy seiner britischen Tochter Npower ein umfassendes Umbauprogramm verordnet, inklusive dem Abbau von 2400 Arbeitsplätzen. Innogy bekräftigte, dass der Konzern für das gesamte Geschäftsjahr in diesem Bereich nicht von einem operativen Gewinn (Ebit) auf bereinigter Basis ausgehe. Es sei nicht anzunehmen, dass das Unternehmen steigende Kosten an die Kunden weiter geben könne. Die Gesellschaft plant nun weitere Effizienzmaßnahmen.

Innogy plant hohe Ausschüttungsquote - Hauptnutznießer ist RWE

Bereinigt um die Wertberichtigung sowie weitere Sonderfaktoren verdiente Innogy unter dem Strich von Januar bis September mit 850 Millionen Euro rund 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von einem besseren Finanzergebnis. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg bereinigt um 8,7 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Als Rückgrat erwies sich hier erneut das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Innogy-Gewinn beisteuert und dank niedrigerer Kosten seine Ergebnisse steigern konnte. Sinkende Ergebnisse verzeichnete hingegen das Geschäft mit Erneuerbaren Energien - unterdurchschnittliche Windaufkommen sowie Niederschlagsmengen waren der Grund dafür.

An seinen Jahresprognosen hält das Management fest. Das Unternehmen will weiter ein bereinigtes Ebit von rund 2,9 Milliarden Euro erzielen, nach 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn soll von 1,1 Milliarden auf mehr als 1,2 Milliarden Euro steigen.

Als Ausschüttungsquote sieht Innogy weiterhin 70 bis 80 Prozent vor. Hauptnutznießer ist der Energiekonzern RWE , der noch gut 77 Prozent an Innogy hält.

la/dpa/reuters

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