Mittwoch, 31. August 2016

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Großbritanniens bizarre Atom-Pläne Das teuerste Kraftwerk seit es Elektronen gibt

Bestehendes Atomkraftwerk Hinkley Point: Der benachbarte Neubau soll mindestens 31 Milliarden Euro kosten.

Atomkraft? Ja bitte! In Großbritannien hält die Regierung eisern an der Stromerzeugung aus Kernbrennstäben fest - und gerät deshalb zusehends unter Druck.

Es geht dabei weniger um Ängste oder Umweltbedenken. Vielmehr stellt sich fünf Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima immer deutlicher heraus, dass der geplante Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point technisch verdammt aufwändig ist. Und deshalb den Zeit- und Kostenrahmen zu sprengen droht.

Auf satte 31,1 Milliarden Euro taxiert die Europäische Kommission die Kosten für das 3260-Megawatt-Kraftwerk inklusive Finanzierungskosten, so weit schon länger bekannt. Das Geld für das wohl teuerste Kraftwerk aller Zeiten sollen die britischen Stromkunden mit Milliardensubventionen aufbringen, die die deutsche Ökostromförderung geradezu billig erscheinen lässt.

Selbst das Wohlfühl-Paket reicht nicht aus

Der Staat bittet dabei die Verbraucher über eine Umlage zu Kasse, die der deutschen EEG-Umlage ähnelt. Der französische Kraftwerksbetreiber EdF soll auf diese Weise etwa 11 Euro-Cent pro Kilowattstunde erhalten. Das ist nicht nur mehr, als für deutschen Solar- oder Windstrom anfällt. Der Satz wird zudem an die Inflation angepasst und über 35 Jahre gezahlt (Deutschland: maximal 20 Jahre).

Nun zeichnet sich jedoch ab, dass sogar dieses Wohlfühl-Paket nicht ausreicht. Das macht das Chaos deutlich, das innerhalb des EdF-Konzerns herrscht, der die Anlage einmal betreiben soll.

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