Sonntag, 26. Juni 2016

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Pleitewelle in der US-Ölindustrie beschleunigt sich Fracking-Land ist abgebrannt

Brennende Ölquelle in Wyoming: Das Wachstum der US-Fracking-Industrie ist außer Kontrolle geraten

Der Öl- und Gasbranche in den USA geht es nicht eben prächtig. Doch zum Auftakt des wohl wichtigsten Branchentreffs in Houston, der Cera-Week, gab es erst mal gute Nachrichten. Bald könnte der Ölpreis wieder steigen, erklärte die Internationale Energie-Agentur (IEA).

Nun ja, in fünf Jahren vielleicht, schränkte IEA-Chef Fatih Birol ein. Und das auch nur, wenn die Umstände es tatsächlich zulassen: Die Weltwirtschaft muss brummen und die Fördermengen dürfen nicht zu stark steigen. Und, und, und. Immerhin: Schon im kommenden Jahr ist die Talsohle laut Birol erreicht. "Dann sollte der Markt beginnen, sich wieder auszubalancieren."

Die vage Hoffnung auf Besserung kann allerdings nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, wie dramatisch es derzeit um die Öl- und Gasindustrie bestellt ist, nicht zuletzt in den USA. Beinahe im Wochenrhythmus rutschen Firmen in die Pleite.

Konzerne reagieren mit Massenentlassungen

Konzerne, die auf dem Gebiet tätig sind, reagieren mit Massenentlassungen, wie zuletzt Schlumberger. Das Unternehmen hat 2015 25.000 Stellen abgebaut und damit jeden vierten Job.

Es ist nicht mehr viel geblieben von all der Herrlichkeit, die die Fracking-Industrie erschaffen hat. Pioniere wie George Mitchell - früher Verfechter der horizontalen Bohrung - und Harold Hamm - Gründer und Chef der Ölfirma Continental Resources - hatten der amerikanischen Öl- und Gasindustrie in den vergangenen sechs, sieben Jahren zu einem Comeback verholfen, das kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Landauf, landab erschlossen vor allem kleine Firmen Ölquellen, die zuvor als unwirtschaftlich galten. Fortschritte beim Hydraulic Fracturing (kurz: Fracking) senkten die Erschließungskosten. Der über lange Zeit hohe Ölpreis von um die 100 Dollar pro Fass tat sein übriges, um die Fracking-Industrie voranzutreiben.

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