Samstag, 17. November 2018

Klaus Schäfer wird Uniper-Chef Eons Kernspaltung - mit "Uniper" soll alles besser werden

Aus eins mach zwei: Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer (links) wird die neue Gesellschaft "Uniper" (Abk. für "Unique Performance") leiten. Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen (rechts) ist künftig für Erneuerbare Energien und Netze zuständig. Als Nachfolger von Schäfer wird ab Juni der ehemalige Siemens-Topmanager Michael Sen in die Dienste von Eon treten

Düsseldorf - Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat Details seiner geplanten Aufspaltung bekanntgegeben: Demnach zieht das Kernunternehmen Eon mit den Sparten Erneuerbare Energie, Netze und Kundendienstleistungen nach Essen. Die neu gegründete Gesellschaft mit dem Namen "Uniper" kümmert sich um konventionelle Stromerzeugung aus Atom, Kohle und Gas sowie um den Energiehandel. Uniper übernimmt die bisherige Konzernzentrale in Düsseldorf.

Vorstandschef von Uniper wird der bisherige Eon-Finanzchef Klaus Schäfer (47). Der Name "Uniper" ist eine Abkürzung von "Unique Performance" und wurde aus rund 3000 Namensvorschlägen ausgewählt. "Unter dieser neuen Marke wird es gelingen, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter für unser neues Unternehmen zu gewinnen", frohlockte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Mit der Aufspaltung zwischen konventioneller und erneuerbarer Energie zum Jahresbeginn 2016 will sich Eon besser auf die Anforderungen der Energiewende einstellen.

Michael Sen wechselt von Siemens zu Eon

Der amtierende Eon-Chef Johannes Teyssen bleibt Vorstandsvorsitzender der alten Gesellschaft, die sich künftig auf das Geschäft der Erneuerbaren Energien und Netze konzentriert.

Michael Sen, derzeit Finanzvorstand der Gesundheitssparte von Siemens Börsen-Chart zeigen , wird das Finanzressort vom künftigen Uniper-Chef Klaus Schäfer übernehmen und ab Juni 2015 Teyssen als Eon-Finanzvorstand zur Seite stehen. Sen war bei Siemens zuletzt zweimal übergangen worden - bei der Besetzung des Konzern-CFOs sowie kürzlich bei der Besetzung des Chefs für die Medizintechnik-Division. Sein Wechsel zu Eon ist die Folge. Bei Siemens soll Thomas Rathmann den Job von Sen als Healthcare CFO übernehmen.

Der angeschlagene Energieriese Eon reagiert mit der Spaltung auf den Preissturz bei Großhandelspreisen für Strom. Aufgrund von Überkapazitäten an Kraftwerken und des Ausbaus der erneuerbaren Energien sind die Strompreise seit Anfang 2013 drastisch gefallen. Zudem lasten auf dem Dax-Konzern insgesamt Schulden in Höhe von 33 Milliarden Euro. Unter anderem erwiesen sich Zukäufe in Südeuropa als Milliardengrab. 2014 machte der Energieriese einen Rekordverlust von 3,16 Milliarden Euro.

Aufspaltung in profitablen und unprofitablen Geschäftsbereich?

Kritiker befürchten, dass Eon mit der Aufspaltung einen profitablen und einen unprofitablen Geschäftsbereich schafft. Letzterer würde die konventionelle Energiegewinnung beinhalten. Die Bezeichnung spielt auf die Strategie einiger Banken nach der Finanzkrise an, die ihre problematischen Geschäfte in eine "Bad Bank" auslagerten und dafür zum Teil Staatshilfen in Anspruch nahmen. Ähnliches könnte den Steuerzahlern für den Rückbau von Eons Atomkraftwerken und die Entsorgung des Atommülls drohen, befürchten Kritiker.

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mmo

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