Sonntag, 28. August 2016

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Nach Milliardenverlust 2015 Eon tappt im Dunkeln

Ein Problemfall unter vielen Problemfällen: das Kernkraftwerk Grohnde in der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont gehört zu knapp 83 Prozent zu Eon.

Der Energiekonzern Eon stellt angesichts des ungebremsten Rückgangs der Energiepreise seine langfristigen Prognosen auf den Prüfstand und stimmt auf sinkende Dividenden ein. Der Vorstand prüfe die Annahmen über die Entwicklung von Eon und seiner neuen Tochter Uniper kritisch, teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit. Vor allem der Mittelzufluss (Cashflow) werde wegen der angespannten Marktsituation geringer ausfallen. Das müssten künftige Investitionen und Dividenden widerspiegeln. Die Überlegungen zu den Unternehmenszielen will das Management Ende April vorlegen.

In diesem Jahr wird sich die Talfahrt von Eon den Prognosen nach beschleunigen. So hätten in den ersten beiden Monaten die Strompreise neue Tiefststände erreicht. Zudem stehe der Gaspreis unter Druck. Hinzu käme der schwache Rubelkurs, der das wichtige Russland-Geschäft des Konzerns belastet.

So erwartet Eon einen Rückgang des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von zuletzt 7,6 auf 6 bis 6,5 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss soll bei 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro landen, nach 1,6 Milliarden 2015. In dieser Prognose ist noch die Kraftwerkstochter Uniper enthalten. Im Zuge ihrer Abspaltung wird Eon im Laufe des Jahres einen neuen Ausblick für beide Unternehmen vorlegen.

Eon hält an Dividende von 0,50 Euro je Aktie fest

Vor seiner historischen Aufspaltung haben milliardenschwere Abschreibungen den Energiekonzern wie erwartet tief in die roten Zahlen gerissen. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von knapp sieben Milliarden Euro, wie es am Mittwoch in Essen mitteilte. Hauptgrund waren Wertberichtigungen von insgesamt 8,8 Milliarden Euro auf seine konventionellen Kraftwerke, deren Gewinnaussichten sich wegen der Preisverfalls im Großhandel dramatisch eingetrübt haben. Einen Großteil der Abschreibungen hatte Eon bereits im dritten Quartal verbucht. Schon 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro angehäuft. Bereinigt um Sondereffekte wie die Abschreibungen wäre der Überschuss im vergangenen Jahr stabil bei 1,6 Milliarden Euro geblieben.

An seinem Dividendenversprechen will Eon festhalten. Demnach sollen die Aktionäre erneut 50 Cent je Anteilsschein bekommen. Konkurrent RWE , der ebenfalls vor der eigenen Aufspaltung steht , hatte seinen Anteilseignern wegen der Krise im konventionellen Kraftwerksgeschäft die Dividende weitgehend gestrichen. Auch bei Eon hinterließ sie Spuren. So sackte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) vor allem wegen des Strompreisverfalls um 10 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ab, blieb damit aber über den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz stieg sogar um knapp drei Prozent auf 116,2 Milliarden Euro.

Eon: Dividende trotz Rekordverlusts unverändert

dpa-afx, soc

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