Montag, 20. November 2017

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Eon mit Milliardengewinn Johannes Teyssen - ein Mann schwimmt sich frei

Eon-Chef Johannes Teyssen

Eon heißt zwar noch Eon, doch mit dem alten Energieversorger hat das Unternehmen immer weniger zu tun. Reichlich radikal entfernt Firmenchef Johannes Teyssen den Konzern von seinen Wurzeln. Besonders deutlich wurde das am Dienstag, als sich ausgerechnet Eon in die Gruppe von Konzernen einreihte, die von der neuen Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohle fordern.

Erste Früchte seines Strategie-Schwenks erntet Teyssen bereits. Eon Börsen-Chart zeigen kommt nach den Rekordverlusten der vergangenen Jahre zurück in die Spur. Nur neun Monate nach dem 16 Milliarden Euro hohen Fehlbetrag von 2016 fuhr der Versorger bereits wieder einen Nettogewinn von 3,7 Milliarden ein, wie Eon am Mittwoch mitteilte.

Operativ lag das Ergebnis (bereinigtes Ebit) zwar mit 2,1 Milliarden Euro um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies lag aber im Rahmen der Analystenschätzungen. Im Frühjahr 2018 wolle der Konzern eine neue Strategie für künftiges Wachstum vorstellen, kündigte Vorstandschef Johannes Teyssen an.

Eon bekräftigte die Prognose, wonach im Gesamtjahr der operative Gewinn bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen soll und der bereinigte Überschuss bei 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro. Operativ bot sich ein gemischtes Bild. Während das Geschäft mit Netzen zulegen konnte, kämpft die Ökostromsparte mit Einbußen.

Uniper-Verkauf an Fortum bringt weitere Milliarden

Im Geschäft mit Kundenlösungen schrumpfte in Großbritannien der operative Gewinn auf 144 von 227 Millionen Euro. Der Rivale Innogy hatte am Dienstag angekündigt, im schwächelnden britischen Strom- und Gasvertrieb ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Versorger SSE anzustreben.

Eon hatte in den vergangenen Jahren Milliardenverluste eingefahren. In diesem Jahr hat sich das Blatt jedoch zu Gunsten von Vorstandschef Teyssen gewendet. Eon sammelte bei einer Kapitalerhöhung 1,35 Milliarden Euro ein. Zudem musste der Bund nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts mehr als drei Milliarden Euro an unrechtmäßig erhobener Brennelementesteuer zurückzahlen.

Nun will Teyssen die Anteile an der Großkraftwerks-Tochter Uniper Börsen-Chart zeigen abstoßen und sich somit endgültig freischwimmen. Der geplante und hochumstrittene Verkauf an den finnischen Versorger Fortum könnte Anfang 2018 weitere 3,8 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Ende September hatte Eon Schulden von 19,7 Milliarden Euro - fast sieben Milliarden weniger als Ende 2016.

nis/rtr

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