Samstag, 30. Juli 2016

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EEG-Reform Dong überprüft deutsche Offshore-Wind-Pläne

Dong-Windpark (in Dänemark): Große Ziele auch für Deutschland

Angesichts sinkender Fördergelder will der dänische Versorger Dong seine Pläne für Offshore-Windparks in Deutschland möglicherweise zurückschrauben. Für einen Durchbruch der Technik seien ambitionierte Ziele der Politik nötig, sagt Deutschland-Managerin Trine Borum Bojsen.

Hamburg - Der dänische Versorger Dong Energy fordert von der deutschen Politik mehr Engagement für die Offshore-Windtechnik. "Wir brauchen ehrgeizigere Ziele", sagte die Geschäftsführerin der deutschen Offshore-Sparte des Unternehmens, Trine Borum Bojsen, gegenüber manager magazin online.

Dong bezeichnet sich als Weltmarktführer für Offshore-Windparks. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Investoren für die Technik in Deutschland.

Im Zuge der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Bundesregierung das Ausbauziel unlängst von 25 auf 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 gesenkt. Bis 2020 sollen nur etwa 6,5 Gigawatt ans Netz gehen, zuvor waren zehn Gigawatt vorgesehen. Ein Gigawatt entspricht in etwa der Leistung eines Atomkraftwerkes.

Seine deutschen Windpark-Pläne will Dong aufgrund der schwarz-roten Beschlüsse möglicherweise zurückschrauben. Ein wichtiger Faktor bei der Überprüfung der Vorhaben sei die ab 2018 vorgesehene schrittweise Fördergeld-Absenkung, sagte Borum Bojsen.

Zur Freude der Branche hatte die Bundesregierung die hohen Fördersätze von 19 Cent pro Kilowattstunde zwar bis 2018 verlängert. Dann allerdings sollen die Zahlungen schneller sinken als zuletzt erwartet. "Die Koalitionsverhandlungen hatten noch bessere Rahmenbedingungen versprochen", sagte Borum Bojsen.

Von der Neubewertung nicht betroffen sind die Projekte Borkum Riffgrund 1, das sich bereits im Bau befindet, sowie Godewind 1 und 2. Diese Vorhaben kommen zusammen auf eine Kapazität von knapp 0,9 Gigawatt und sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Darüber hinaus will Dong nach bisherigen Planungen weitere Windparks mit einer Kapazität von 1,1 Gigawatt errichten.

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