Sonntag, 19. November 2017

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Tesla buhlt um Auftrag aus Australien "Kriegen wir in 100 Tagen hin oder es ist gratis" - Elon Musk wettet um 200-Mio-Auftrag

König der Twitter-Verhandlungen: Tesla-Chef Elon Musk

"Tesla wird das System in 100 Tagen zum Laufen bringen oder es ist kostenlos. Ist das ernst genug für euch?"

Tesla-Chef Elon Musk buhlt mit einer Wette um einen 200-Millionen-Auftrag aus Australien. In 100 Tagen will er dank der Gigafactory seines Unternehmens einen Batteriepark in Australien hochziehen - schaffe Tesla Börsen-Chart zeigen das nicht, sei das gesamte Projekt gratis, sagte Musk in einer Twitter-Konversation mit dem australischen Milliardär Mike Cannon-Brookes.

Der Mitgründer des Software-Konzerns Atlassian hatte Musk auf einen Artikel in der "Australian Financial Review" angesprochen, in dem Musk-Cousin und Tesla-Manager Lyndon Rive versprochen hatte, das Energieproblem des Bundesstaates Südaustralien in 100 Tagen lösen zu können. "Wie ernst meint ihr das?", fragte Cannon-Brookes - und ermunterte Musk so zu seiner Wette. "Legende!", twittert der Australier anschließend: "Gib mir sieben Tage, um mich um das Politische und die Kosten zu kümmern."

Cannon-Brookes sei seitdem von Hilfsangeboten geradezu "überflutet" worden, berichtet die "Financial Review" nun: "Mein Handy hat nicht mehr aufgehört zu läuten", sagte der Milliardär, sowohl Einzelpersonen wie auch Unternehmen wollten sich an der Finanzierung des Batterie-Projekts beteiligen. Er selbst beteilige sich ebenfalls. Sein Team habe die Kosten auf etwa 200 Millionen australische Dollar (gut 140 Millionen Euro) beziffert.

Auch der Premierminister des Bundesstaates Südaustralien, Jay Weatherill, ist laut der Zeitung bereits in die Diskussion eingestiegen.

Hintergrund der "extraordinary trans-Pacific Twitter negotiation" ("Financial Review") ist eine Energiekrise: Vor allem in Südaustralien sei es zuletzt vermehrt zu Stromausfällen gekommen. Der Staat selbst reagiere "schmerzhaft langsam" auf Engpässe bei Gas und Elektrizität und steigende Energiepreise, ausgelöst durch Schließungen alter Kohlekraftwerke.

Erst am Donnerstag hatte Australiens Premierminister Malcolm Turnbull gesagt, die Unternehmen seines Landes hätten ihren einstigen Wettbewerbsvorteil günstiger und verlässlicher Energieversorgung bereits verloren.

Musk hat derweil allen Grund für Optimismus: Laut "The Verge" hat Tesla im vergangenen Jahr eine ähnliche Batteriefarm in Kalifornien in nur neunzig Tagen fertiggestellt.

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