Dienstag, 23. Januar 2018

Eon-Chef Teyssen verlängert Eon verkauft Uniper-Restbeteiligung an Fortum

Eon: Chef Johannes Teyssen bleibt bis Ende 2021

Der Energiekonzern Eon Börsen-Chart zeigen will mit dem Verkauf seines restlichen Uniper-Pakets an den finnischen Versorger Fortum die klammen Kassen füllen. Das Paket in Höhe von 46,65 Prozent solle wie von Fortum angeboten für rund 3,8 Milliarden Euro beziehungsweise 22 Euro je Uniper-Aktie den Besitzer wechseln, teilte Eon mit. "Mit dieser Transaktion können wir unseren Anteil an Uniper als Ganzes und zu einem für Eon attraktiven Preis verkaufen", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen. Das Management von Uniper hatte die geplante Entscheidung scharf kritisiert.

Eon und Fortum hatten den Deal im September angestoßen. Seit dem ist der Kurs der Uniper-Aktien auf fast 26 Euro gestiegen. Für den Fall eines Rückziehers hätte Eon an die Finnen eine Ausgleichszahlung von bis zu 1,5 Milliarden Euro leisten müssen. Fortum hat auch den übrigen Uniper-Aktionären 22 Euro je Aktie angeboten, was jedoch bislang nur auf eine geringe Resonanz stieß. Die Offerte läuft noch bis Anfang Februar.

Die Uniper-Aktie verlor am Montag zeitweise knapp ein Prozent an Wert und notierte bei 25,76 Euro.

Einnahmen für neues Wachstum bei Eon

"Eon wird sich jetzt voll und ganz auf ihre Kunden in der neuen Energiewelt und ihre strategischen Geschäftsfelder konzentrieren. Die Weichen für profitables Wachstum sind gestellt", betonte Teyssen. Der Manager feilt derzeit an einer Strategie, die er im Frühjahr vorstellen will. Der einst größte deutsche Versorger peilt nach einem Rekordverlust 2016 von 16 Milliarden Euro für 2017 unter dem Strich schwarze Zahlen an. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen. Die Schulden hatte Eon dank einer Kapitalerhöhung und einer Rückzahlung der zu Unrecht erhobenen Kernbrennstoffsteuer zwar zurückgefahren. Ende September lagen sie aber noch bei fast 20 Milliarden Euro.

Uniper-Chef Klaus Schäfer hatte im Reuters-Interview Fortum als "Wolf im Schafspelz" bezeichnet. Die Strategien der Konzerne passten nicht zueinander. Fortum konzentriere sich auf Strom, Uniper auf Strom und Gas. Fortum strebe eine Stromproduktion ohne Kohlendioxid an, Uniper setze auf Kohle- und Gaskraftwerke. "Wir glauben weiterhin fest daran, dassUniper als eigenständiges Unternehmen erfolgreich im Wettbewerb bestehen kann", sagte ein Uniper-Sprecher am Montag. Die erweiterte Annahmefrist laufe voraussichtlich bis zum 2. Februar 2018. "Dann werden wir sehen, wie viele Aktionäre insgesamt Fortums Angebot annehmen.

Fortum begrüßte die Ankündigung von Eon. "Ich bin überzeugt, dass wir durch die Investition in Uniper eine attraktive Rendite erhalten werden, die uns dabei unterstützt, den Übergang zu einem kohlenstoffarmen und sichereren Energiesystem weiter voranzutreiben", erklärte Vorstandschef Pekka Lundmark. Fortum hatte erklärt, sich anders als bei einem früheren Vorstoß mit der Rolle eines Großaktionärs begnügen zu wollen. Die Experten der UBS halten es für möglich, dass die Finnen Pakete von Investoren wie Blackrock, Elliott und Knight Vinke übernehmen und doch noch die Mehrheit erhalten.

Eon-Chef Teyssen bekommt seine Vertragsverlängerung

Eon-Chef Johannes Teyssen steht dem Energiekonzern nach der beschlossenen Kompletttrennung vom klassischen Kraftwerksgeschäft noch bis ins nächste Jahrzehnt vor. Sein ursprünglich Ende 2018 auslaufender Vertrag wurde bis Ende 2021 verlängert. Damit wurde ein Beschluss des Aufsichtsrats aus dem September umgesetzt.

"Johannes Teyssen hat aus den grundlegenden Veränderungen der Energiewelt die richtigen Folgerungen für Eon gezogen", erklärte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley am Montag in Essen.

Teyssen ist seit 2004 im Eon-Vorstand und steht diesem seit 2010 vor. Er hat unter dem Druck der Energiewende die Abspaltung des Geschäfts mit Kohle- und Gaskraftwerken vorangetrieben und diesen Unternehmensteil als Uniper an die Börse gebracht. Eon konzentriert sich seitdem auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Dienstleistungen.

la/dpa/reuters

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