Sonntag, 20. August 2017

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Weitere Stromnetzbetreiber wollen Öko-Versorger abklemmen Care Energy droht der Supergau

Stromanbieter im Feuer der Kritik: Die seltsame Welt von Care Energy
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obs / mk-group Holding / Care-Energy

Die deutschen Stromnetzbetreiber verlieren die Geduld mit dem Ökoenergie-Versorger Care Energy. Nachdem bereits der Berliner Netzbetreiber 50Hertz seinen Vertrag mit dem umstrittenen Billiganbieter gekündigt hat, drohen nach Informationen von manager-magazin.de auch Tennet, Amprion und Transnet BW mit diesem Schritt.

Care Energy kommt seit einigen Monaten Zahlungsaufforderungen im Millionenbereich nicht mehr nach. Das Unternehmen hält sie für nicht gerechtfertigt. Kündigen die drei Netzbetreiber ihre Verträge mit dem Münchener Versorger tatsächlich, entziehen sie ihm faktisch die Geschäftsgrundlage in ganz Deutschland.

Offenbar bereiten alle Übertragungsnetzbetreiber die Kündigung jetzt vor, nachdem das Unternehmen auf Mahnungen nicht reagiert hatte. Offiziell teilte etwa Tennet gegenüber manager-magazin.de in juristisch wasserdichtem Deutsch mit: "Sobald gegenüber Care Energy AG die Voraussetzungen zur Bilanzkreiskündigung vorliegen, kommt auch eine Bilanzkreiskündigung seitens Tennet in Betracht."

Konkret verweigert Care Energy die Weiterleitung der so genannten EEG-Umlage an die Netzbetreiber. Diese Umlage in Höhe von derzeit 6,36 Cent pro Kilowattstunde zahlen prinzipiell alle Stromkunden über ihre Rechnung an ihren Versorger. Dieser leitet das Geld normalerweise an die Netzbetreiber weiter, die wiederum Betreiber von Windrädern, Solaranlagen und anderen Ökostromerzeugern vergüten.

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