Dienstag, 30. August 2016

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Branchenkrise RWE-Chef Terium hält Gehaltskürzungen für möglich

RWE-Tochter Peter Terium: Sieht die Energiebranche in der Krise

30 bis 40 Prozent der RWE-Kraftwerke lägen mittelfristig im roten Bereich, die gesamte Energiebranche befinde sich in der schwersten Krise aller Zeiten, warnt RWE-Chef Peter Terium im Interview mit dem manager magazin. Er hält jetzt sogar niedrigere Löhne der RWE-Angestellten für möglich.

Hamburg - RWE-Chef Peter Terium warnt vor "erheblichen Stilllegungen" von Kraftwerken in den nächsten Jahren. Im Gespräch mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 19. Juli) erklärt der Manager: Aufgrund des drastischen Strompreisverfalls lägen "30 bis 40 Prozent" der RWE-Anlagen mittelfristig "im roten Bereich".

Terium: "Wenn sich hier nichts ändert, dann wird es wirklich gefährlich." Aktuell, so der RWE-CEO, seien vor allem die Gas- und Kohlekraftwerke "unter kritischer Beobachtung", insgesamt mehr als 10 000 Megawatt, das entspricht der Leistung von sieben großen Kernkraftwerken.

Der RWE-Chef hält deshalb weitere Kostensenkungsmaßnahmen für "ein absolutes Muss". Selbst die Löhne sind laut Terium kein Tabu: "Wir müssen auch an die Gehälter ran." Zusammen mit der Gewerkschaft arbeite RWE im Moment an sozialverträglichen Lösungen, "wie wir zu marktkonformen Entgelten kommen".

Dringend mahnt Terium eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes an: "Es wird höchste Zeit. Das EEG war effektiv, es ist aber nicht effizient." Man könne zum Beispiel die Besitzer von Solarpaneelen dazu verpflichten, einen Teil ihres Stroms direkt zu vermarkten, statt ihn, wie bisher, zum festgesetzten Preis einfach in die Netze einzuspeisen.

Der RWE-Chef ist sich aber im Klaren darüber, dass den Politikern eine EEG-Reform schwer fallen dürfte. Terium: "Das wird nicht leicht, weil über die Hälfte der Bevölkerung davon profitiert."

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