Samstag, 1. Oktober 2016

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Neue Option für deutschen Kernkraft-Ausstieg? Australien bietet sich der Welt als Atomklo an

Uranförderung in Südaustralien: Die Region könnte mit der Atommüll-Entsorgung Milliarden verdienen, erwarten Gutachter

Deutschland quält sich mit dem Atomausstieg: Weder ist klar, ob Versorger wie RWE und Eon die vollen Kosten für die Rückabwicklung des nuklearen Zeitalters tragen, noch wo die strahlenden Hinterlassenschaften überhaupt verbleiben sollen.

Australien geht die Sache deutlich offensiver an. Der Bundestaat Südaustralien dient sich jetzt als Importeur von Atommüll aus aller Herren Länder an, wie die "Financial Times" berichtet. Auf diese Weise will die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Region gut fünf Milliarden australische Dollar (3,2 Milliarden Euro)einnehmen.

"Eine Zwischenlager- und Entsorgungseinrichtung wäre wirtschaftlich zu betreiben", heißt es demnach in einer staatlichen Untersuchung. "Das Zwischenlager wäre in den späten 20er-Jahren einsatzbereit." Die nukleare Deponie sei in der Lage, 13 Prozent des weltweiten Atommülls unterzubringen. Für den Standort spreche vor allem die "stabile Geologie".

Australiens Bergbau schwächelt - Politik sucht neue Einnahmequellen

Australien setzt unter Premierminister Malcom Turnbull auf einen Einstieg in die bisher vernachlässigte Kernkraft-Technik. Atomkraftwerke könnten die Stromerzeugung ergänzen und einen wirtschaftlichen Impuls für das von der Bergbaukrise gebeutelte Land bringen, sind zahlreiche Politiker überzeugt.

Gegensätzlicher könnte die Lage in Deutschland nicht sein. Für die Stromkonzerne sind die Atomkraftwerke inzwischen ein veritabler Klotz am Bein. Durch politische Beschlüsse sollen sie deutlich früher vom Netz gehen als technisch und wirtschaftlich möglich. Zudem gestaltet sich das übrige Geschäft von RWE, Eon, EnBW und Co. so schwierig - es steht in den Sternen, ob die Konzerne den Rückbau jemals in den Griff bekommen.

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