Freitag, 20. Juli 2018

Ölgigant Aramco jetzt Aktiengesellschaft Weltgrößter Börsengang rückt einen Schritt näher

Arbeiter auf einem Ölfeld des saudischen Ölriesen Aramco

Saudi-Arabien treibt den Börsengang seines Ölgiganten Saudi-Aramco voran. Der Konzern wurde zum 1. Januar in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wie es in einem am Freitag im saudischen Staatsanzeiger veröffentlichten Beschluss des Kabinetts heißt. Die neue AG nennt sich demnach nur noch Aramco.

Saudi-Arabien will 2018 rund fünf Prozent des Unternehmens an die Börse bringen. Der Börsengang soll Berichten zufolge ein Volumen von rund 100 Milliarden Dollar (85 Milliarden Euro) haben. Er wäre damit der größte der Welt.

Allerdings gibt es noch viele offene Fragen, etwa an welchen Börsen die Aramco-Anteile verkauft werden. Hier hatte zuletzt sogar US-Präsident Donald Trump die Saudis für einen Börsengang in New York geworben zu begeistern versucht. Laut Satzung der neuen Aktiengesellschaft liegt ihr Grundkapital bei 60 Milliarden Rial (etwa 13 Milliarden Euro). Es ist auf 200 Milliarden Anteile aufgesplittet.

Der Börsengang des Ölgiganten ist zentraler Teil eines groß angelegten Umbaus der saudischen Wirtschaft, für den der mächtige Kronprinz Mohammed bin Salman verantwortlich ist. Der "Vision 2030" genannte Plan verfolgt das Ziel, das islamisch-konservative Königreich unabhängiger vom Öl zu machen.

Dazu gehören auch die Gründung eines Staatsfonds, Strukturreformen und weitere Privatisierungen. Bin Salman kündigte kürzlich zudem den Bau einer ganzen Stadt für 500 Milliarden Dollar an. Beim Bau soll der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld eine entscheidende Rolle spielen.

Rei/dpa

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