Dienstag, 19. März 2019

Vorwurf Marktmanipulation Behörden klagen Ex-Milliardär Batista an

Ex-Milliardär Batista: Glücksritter am Ende
REUTERS

Viel ist dem deutschstämmigen Ex-Milliardär Batista von seinem unglaublichen Reichtum nicht geblieben. Doch das will ihm die Staatsanwaltschaft auch nehmen. Die Behörden in Brasilien klagen den Unternehmer jetzt an.

Brasilia - In Brasilien haben die Strafverfolger Anklage gegen den deutschstämmigen Großunternehmer Eike Batista erhoben wegen Marktmanipulation. Knapp ein Jahr nach dem Insolvenzantrag seines Ölkonzerns OGX wollen die Behörden nun Vermögenswerte Batistas über umgerechnet knapp 500 Millionen Euro einfrieren, teilte die Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro mit. Mit dem Geld sollen geprellte Investoren entschädigt werden.

Batista wird vorgeworfen, vor zwei Jahren Anleger mit einem falschen Versprechen getäuscht zu haben. Der Unternehmer hatte in Aussicht gestellt, eine Milliarde Dollar in OGX zu investieren, wenn deren Aktienkurs auf ein bestimmtes Niveau sinken sollte.

Doch als es dazu kam, hielt sich Batista nicht daran. Er wird ferner beschuldigt, mit Hilfe von Insiderwissen umgerechnet 78 Millionen Euro Gewinn eingestrichen zu haben durch den Verkauf von OGX-Aktien. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 13 Jahre Haft.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte der OGX-Konzern, der nun als Oleo e Gas Participações firmiert, Gläubigerschutz beantragt. Es war die größte Firmenpleite Lateinamerikas.

OGX ist das Kernstück von Batistas EBX-Gruppe, die auch im Bergbau, Schiffsbau und als Hafenbetreiber tätig ist. Ein EBX-Vertreter wollte sich zu der Anklage nicht äußern. Batista hat in der Angelegenheit jedes Fehlverhalten bestritten.

Noch vor zwei Jahren zählte Eike Batista zu den reichsten Männern der Welt, er wurde als Vorbild der Unternehmerschaft Brasiliens gepriesen, Politiker zeigten sich gerne mit ihm. Doch dann geriet OGX in Turbulenzen und mit dem Ölkonzern das ganze Imperium des einstigen Milliardärs.

Die Wurzeln für Batistas ehemaligen Reichtum liegen im Regenwald des Amazonas. Die dortigen Goldsucher versorgte er mit Maschinen, um die Goldwäsche zu mechanisieren. Mit 23 war Batista Millionär, aus dem Amazonas-Gold baute er ein internationales Imperium auf.

Batistas Mutter stammt aus Deutschland, er selbst wuchs teilweise in Europa auf. An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen begann er einst ein Metallurgiestudium, das er jedoch nicht beendete.

rei/rtr/afp

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung