Freitag, 25. Mai 2018

Ölkatastrophe "Deepwater Horizon" BP verliert nach Öl-Urteil 9 Milliarden Dollar an Börsenwert

Die größte Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA: Die Plattform Deepwater Horizon am 21. April 2010.

Die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte könnte BP weitere Milliarden kosten. Ein US-Gericht stellt dem Konzern ein katastrophales Urteil aus.

Dem britischen Ölkonzern BP drohen im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe um die Plattform "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 weitere Milliarden-Kosten. Ein US-Richter urteilte am Donnerstag, die Katastrophe sei auf "vorsätzliches Fehlverhalten" und "grobe Fahrlässigkeit" von BP zurückzuführen.

Nun muss der Richter noch die Höhe der Schäden nach den Maßgaben des "Clean-Water"-Gesetzes festlegen. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters könnte die Summe im Extremfall 17,6 Milliarden Dollar betragen - die allerdings nicht BP alleine tragen müsste. Der Richter schrieb dem Energiekonzern 67 Prozent des Schadens zu, 30 Prozent dem technischen Ausrüster Transocean und 3 Prozent Halliburton, der für die Zementarbeiten an dem Bohrloch zuständig war.

BP hatte sich mit Privatklägern 2012 auf eine Entschädigung über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Insgesamt musste das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mit mehr als 40 Milliarden Dollar für die Katastrophe aufkommen.

BP-Aktien sackten in Folge des Urteils um rund sechs Prozent ab und verloren damit an der Börse mehr als neun Milliarden Dollar an Wert. Der Konzern kündigte Berufung an und erklärte, das Urteil sei nicht nachvollziehbar.

Bei der Katastrophe im April 2010 war die Plattform "Deepwater Horizon" nach einem Brand gesunken, elf Arbeiter kamen ums Leben. 87 Tage lang lief Öl in den Golf von Mexiko, insgesamt fast 800 Millionen Liter. Es war die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte.

US-Regierungsexperten hatten BP und den Partnerunternehmen Halliburton und Transocean später erhebliche Versäumnisse vorgeworfen. Eine von Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass Sparmaßnahmen auf Kosten der Sicherheit zu der Katastrophe beitrugen. Das sei aber generelle Praxis in dem Industriezweig gewesen.

Reuters; dpa-afx; soc

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