Sonntag, 30. April 2017

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Saftige Preisaufschläge Stadtwerke schröpfen Kunden mit Energiewende

Stromzähler: Mit Hinweis auf die Energiewende hoben kommunale Versorger in NRW die Preise oft übermäßig an

Den Verdacht gab es schon lange, nun liefern die Verbraucherschützer in NRW Zahlen: Ihrer Studie zufolge haben zahlreiche Versorger die Preise übermäßig angehoben - und das mit der Energiewende begründet. Kommunale Versorger langten besonders dreist zu.

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen haben nach einer Studie der Verbraucherzentrale zahlreiche Versorger 2013 im Windschatten der Energiewende ihre Preise übermäßig angehoben. Etwa die Hälfte der Anbieter in der NRW-Grundversorgung hätten die Strompreise stärker angehoben als es durch die Zuwächse der gesetzlichen Umlagen gerechtfertigt sei, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Klaus Müller, heute. "Die Hälfte hat einen guten Schluck aus der Pulle genommen. Das ist nicht in Ordnung."

Nach Müllers Worten war es der bundesweit erste umfassende Preis-Check nach einer Strompreis-Erhöhungswelle. Anfang 2013 war die EEG-Umlage deutlich auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Hinzu kamen weitere gesetzliche Erhöhungen.

Die gerechtfertigte Zusatzbelastung wegen der Ökostromzulagen liege für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 2700 Kilowattstunden Jahresverbrauch bei gut 70 bis 80 Euro, sagte Müller.

Bei mehr als der Hälfte der Anbieter fehlt Transparenz

Auch auf den weiteren Verliererplätzen sind viele kommunale Versorger zu finden. Der zweitletzte, die BEW Wipperfürth, lag mit seiner Preiserhöhung bei 178 Prozent des gerechtfertigten Wertes.

NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) nannte das Verhalten der Anbieter nicht akzeptabel. Sie müssten die gefallenen Börsenpreise für Strom an die Verbraucher weitergeben statt ihre Gewinne hochzuschrauben. Der Wettbewerb auf dem Strommarkt sei immer noch viel zu schwach ausgeprägt. Die Verbraucherzentrale werde die "Schwarzen Schafe" abmahnen und notfalls vor Gericht ziehen, sagte Müller.

Die Verbraucherzentrale hatte seit Ende 2012 Erhöhungsschreiben von mehr als 3000 Kunden gesammelt und zugleich für jeden der 113 NRW-Strom-Grundversorger erfasst, welche Kosten ihnen tatsächlich durch die erhöhten Energiewende-Zulagen entstanden sind. Die Analyse der Erhöhungsschreiben zeige bei mehr als der Hälfte der Anbieter fehlende Transparenz. So seien die Briefe vielfach nicht klar als Erhöhungsschreiben erkennbar und es fehle der Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht. Stattdessen gebe es wolkige Ausführungen über die Herausforderungen der Energiewende, kritisierte Müller.

wed/dpa

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