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03.02.2013
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Energiekosten
Industrie fleht um Fracking in Deutschland

Erkundungstrupp in Bayern: Mit Bohrgenehmigungen ist derzeit nicht zu rechnen
DPA

Erkundungstrupp in Bayern: Mit Bohrgenehmigungen ist derzeit nicht zu rechnen

Amerika werbe mit geringen Energiekosten Produktionsbetriebe ab, warnen Industrievertreter und Bundesregierung. Sie fordern die dort erfolgreiche unkonventionelle Gasfördertechnik, die der Bundesrat gerade abgelehnt hat. Fracking stößt aber auch auf kommerzielle Hindernisse.

München - Die Förderung von Schiefergas sollte nach Ansicht der Industrie auch in Deutschland geprüft werden. "Wenn wir dies sofort ablehnen, geraten wir international ins Hintertreffen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Man müsse die Schiefergasnutzung ergebnisoffen prüfen.

Er antwortete damit auf einen Beschluss des Bundesrats vom Freitag. Die Vertretung der Länder forderte die Bundesregierung auf, Umweltverträglichkeitsprüfungen vor Einsatz von Fracking für obligatorisch zu erklären.

Die Länder lehnten "insbesondere den Einsatz umwelttoxischer Chemikalien" beim sogenannten Fracking ab, solange deren Risiken nicht geklärt seien. Der Bundesrat warnte zudem "vor Gefahren für Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete". Genehmigungen zum Einsatz des Frackings dürften erst erteilt werden, wenn "zweifelsfrei geklärt" sei, dass eine "nachhaltige Veränderung" der Wasserqualität ausgeschlossen sei.

BDI-Präsident Grillo: "Deutschland wird abgehängt"

Hintergrund der Forderung ist der Schiefergasboom in den USA. Als Folge sind dort die Gaspreise auf ein Drittel des deutschen Niveaus gefallen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler hatte vor einer Abwanderung energieintensiver Unternehmen gewarnt, die jetzt schon zu beobachten sei. "Europa ist auf dem schleichenden Weg einer Deindustrialisierung", warnte auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

"Falls in Deutschland von vornherein eine Förderung ausgeschlossen wird, wird das Land im internationalen Wettbewerb abgehängt", sagte auch Grillo. In der Bundesrepublik gibt es etwa in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen größere Schiefergasvorkommen. Der Bundesrat hatte die Regierung am Freitag aufgefordert, erst dann die Förderung zu genehmigen, wenn Umweltschäden ausgeschlossen seien.

Grillo verwies auf Erfahrungen in den USA, die auch in Deutschland beachtet werden müssten. "Angesichts der Umweltbedenken ist es völlig richtig, dass die Bevölkerung eng eingebunden werden muss", betonte der BDI-Präsident. In den USA habe sich aber gezeigt, dass eine grundsätzliche Ablehnung unsinnig und überflüssig sei. "In den Vereinigten Staaten haben auch die Umweltverbände umgedacht. Statt die Förderung völlig abzulehnen, konzentrieren sie sich jetzt darauf, dass die Nutzung des Schiefergases möglichst umweltfreundlich geschieht. Das ist der richtige Weg."

Beim sogenannten Fracking werden Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in Gestein gepumpt, um an die dort lagernden Gas- und Ölvorkommen zu kommen. Eine ähnliche Methode wird aber in Deutschland schon seit Jahrzehnten für die Förderung konventionellen Gases verwendet. Grillo verwies darauf, dass Deutschland zudem eine leistungsfähige chemische Industrie habe, die an möglichst umweltfreundlichen Verfahren arbeite.

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