Energiemanager magazin RSS  - Energie

Alle Artikel und Hintergründe


17.01.2013
Twitter GooglePlus Facebook

Eon-Chef Teyssen zur Energiepolitik
"Ein Witz, über den die ganze Welt lacht"

Von Martin Noé und Dietmar Student

Eon-Chef Johannes Teyssen: "Wir werden natürlich schrumpfen"
dapd

Eon-Chef Johannes Teyssen: "Wir werden natürlich schrumpfen"

Eon-Chef Johannes Teyssen kritisiert im Interview mit manager magazin massiv die deutsche Energiepolitik und spricht sich für ein Umsteuern bei der Förderung erneuerbarer Energien aus. Sinnvoller als der europaweite Handel mit Emissionsrechten sei eine CO2-Steuer.

Hamburg - "Wir haben ein Energiesystem, in dem ein Viertel des Stroms - Sonne und Wind - immer instabiler, immer sauberer und teurer wird. Die verbleibenden 75 Prozent konventioneller Erzeugung werden immer billiger und schmutziger", sagt Teyssen im Interview mit dem manager magazin, dessen neue Ausgabe ab Freitag (18. Januar) im Handel ist.

Der Energiemanager spricht sich für ein konsequentes Umsteuern bei der Förderung erneuerbarer Energien aus. Es sollte nur noch einen festen Zuschuss geben, wie in den USA; den Rest müsste sich etwa ein Hausbesitzer mit Solardach am Markt verdienen. "Der muss sich dann fragen: Gibt es überhaupt Kunden für meinen Strom?", sagte Teyssen.

Bisher werde in der Fotovoltaik die komplette Differenz zum jeweiligen Börsenpreis subventioniert, egal, ob jemand den Sonnenstrom kaufe. "Wir dürfen keine Verschwendung mehr zulassen", fordert Teyssen.

Geradezu "gespenstisch" findet der Eon-Manager die derzeitige Praxis des Emissionsrechtehandels. "Wir lassen zu, dass der CO2-Preis jegliche Steuerungsfunktion verliert, weil es viel zu viele Zertifikate gibt", kritisiert Teyssen. Die Pläne der EU-Kommission, für 900 Millionen Tonnen Zertifikate einzuziehen, hält Teyssen für einen "völlig unzureichenden" Schritt.

Scharfe Kritik am Emissionsrechtehandel

Der Emissionhandel sei "ein Witz, über den die ganze Welt lacht". Falls es nicht gelinge, den Handel grundlegend zu reparieren, solle man ihn durch eine CO2-Steuer ersetzen, schlägt Teyssen vor.

Zwar hält der Chef des Energiekonzerns Eon Chart zeigen auch das deutsche Stromnetz für "angespannt", schließlich hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet zwei große Eon-Kraftwerksblöcke, die eigentlich zur Stilllegung anstanden, für diesen Winter "als Nothilfe" kontrahiert. Aber die größere Blackout-Gefahr sieht er "bei unseren Nachbarn".

Überschüssiger Windstrom, der innerhalb Deutschlands wegen fehlender Nord-Süd-Trassen nicht transportiert werden könne, würde nach Holland oder Polen geleitet, "teilweise mit nur 20 Minuten Vorlauf". Die Nachbarn müssten dann schleunigst ihre eigenen Kraftwerke abschalten, damit deren Netz halte.

Im Gefolge der Energiewende, daran ließ Teyssen keinen Zweifel, werde Eon Marktanteile verlieren, das sei "unvermeidbar" bei einem Wechsel von der Großstromerzeugung auf eine dezentrale Erzeugung. Teyssen: "Wir werden natürlich schrumpfen."

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?