01.01.2013
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Trotz Förderkürzung
Solarboom in Deutschland geht weiter

Solarenergie: Auf deutschen Dächern erzeugen 1,3 Millionen Solaranlagen Strom. Da der Solarstrom zu garantierten Preisen abgenommen wird, müssen Verbraucher die Differenz zum Marktpreis über die EEG-Umlage bezahlen
DPA

Solarenergie: Auf deutschen Dächern erzeugen 1,3 Millionen Solaranlagen Strom. Da der Solarstrom zu garantierten Preisen abgenommen wird, müssen Verbraucher die Differenz zum Marktpreis über die EEG-Umlage bezahlen

Trotz aller Förderkürzungen geht der Solarboom in Deutschland weiter. Der Bundesverband Solarwirtschaft meldet für 2012 einen Zuwachs von 45 Prozent. Wegen des Booms der Solarenergie und der Erhöhung der EEG-Umlage müssen Verbraucher künftig mehr bezahlen.

Berlin - Im vergangenen Jahr versorgten die rund 1,3 Millionen Solaranlagen in Deutschland rechnerisch acht Millionen Haushalte mit Strom - ein Plus von 45 Prozent gegenüber 2011, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) am Dienstag mitteilte. "Ihr Anteil an der Stromversorgung hat sich in nur drei Jahren vervierfacht", sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die Photovoltaik decke derzeit rund fünf Prozent des deutschen Strombedarfs.

Allein von Januar bis November seien neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 7,3 Gigawatt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen worden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) am Dienstag vorab unter Berufung auf Daten der Bundesnetzagentur. So viele neue Anlagen seien in elf Monaten noch nie installiert worden.

Damit steuert Deutschland auch im Gesamtjahr auf eine neue Bestmarke zu. 2011 wurden Solaranlagen mit einer Rekordleistung von 7,5 Gigawatt auf Dächer und Felder geschraubt.

Verbraucher müssen mehr zahlen - EEG-Umlage steigt

Wegen des Booms der Solarenergie müssen die Verbraucher seit Dienstag mehr für die Förderung des Ökostroms berappen. Die EEG-Umlage stieg zum 1. Januar auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde von bislang rund 3,6 Cent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden muss demnach für die Förderung der Energie aus Sonne, Wind und Wasser rund 185 Euro zahlen. Das sind rund 60 Euro mehr als bislang.

Der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die EEG-Umlage von den Verbrauchern bezahlt.

Um den Bau neuer Solaranlagen zu begrenzen, hatte die Politik die Subventionen drastisch gekürzt. Gleichzeitig sind die Preise für die Anlagen jedoch drastisch gefallen. Trotz des Booms sind deshalb Verluste und auch Pleiten bei deutschen Solarfirmen beinahe an der Tagesordnung.

la/reuters

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