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20.11.2012
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Neuer Schlag für Offshore
Südweststrom steigt aus Nordsee-Windprojekt aus

Offshore-Windpark Bard: Südweststrom fällt als Käufer aus
DPA

Offshore-Windpark Bard: Südweststrom fällt als Käufer aus

Eine wachsende Zahl von Investoren sucht bei Offshore-Windprojekten das Weite. So will der Stadtwerkeverbund Südweststrom wegen immer neuer Verzögerungen nichts mehr vom Park "Bard 1" in der Nordsee wissen. Das Geld soll nun in dezentrale Anlagen fließen.

Tübingen/Stuttgart/Borkum - Der Stadtwerkeverbund Südweststrom steigt aus einem milliardenschweren Windkraftprojekt in der Nordsee aus. Die Gesellschafterversammlung habe am Dienstag entschieden, den Kauf des von Pannen begleiteten Windparks "Bard Offshore 1" vorerst nicht weiterzuverfolgen, teilte die Gesellschaft in Tübingen mit.

"Die Verzögerungen beim Bau und die nicht absehbaren Risiken bis zur Fertigstellung waren ausschlaggebend", sagt Geschäftsführerin Bettina Morlok. Der Windpark, der rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet wird, soll Strom für 400.000 Haushalte liefern. Es galt jahrelang als so gut wie sicher, dass Südweststrom 70 Prozent der fertigen Anlagen kauft und dann betreibt.

Gebaut wird der erste kommerzielle Nordsee-Windpark vom Projektbetreiber Bard aus dem ostfriesischen Emden. Schon 2010 hatte der Stadtwerkeverbund mit Sitz in Tübingen einen Vertrag über den Kauf ausgehandelt - um eine Investition von 1,5 Milliarden Euro ging es damals.

Von da an waren Südweststrom-Vertreter bei allen wichtigen Meilensteinen als Projektpartner vor Ort. Doch die Unterzeichnung des Vertrags zögerte sich immer weiter hinaus, und auch bei den Bauarbeiten gab es immer neue Verzögerungen.

Große Probleme für Unicredit

Zuletzt habe sich nun abgezeichnet, dass die italienische Unicredit-Gruppe Chart zeigen, die das Projekt vorfinanziert, den Windpark erst verkaufen wolle, wenn er fertig gebaut sei, sagte Morlok. Doch das werde wohl frühestens Ende 2013 sein.

So lange wollen die Stadtwerke nicht mehr warten. Viele hätten das Geld für die Windpark-Investition seit Jahren beiseitegelegt und wollten es nun anderweitig investieren, argumentierte die Geschäftsführerin. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten schon 2011 abgeschlossen sein.

Auch die Kosten seien zum Problem geworden. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" kalkulierte die UniCredit-Gruppe schon Anfang 2012 intern mit 2,9 Milliarden Euro Baukosten für den Windpark. Morlok bezeichnete für Südweststrom allerdings schon einen Kaufpreis von zwei Milliarden Euro als unrealistisch. "Das wäre indiskutabel. Da würde man keine vernünftige Eigenkapitalrendite mehr erzielen", betonte sie kürzlich.

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