Energiemanager magazin RSS  - Energie

Alle Artikel und Hintergründe


14.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Energie
Die Stromwelt gerät ins Wanken - was Eon und RWE bevorsteht

Von Nils-Viktor Sorge

Bis vor Kurzem war sich die Fachwelt einig: Die deutschen Energieversorger sind wieder auf Kurs. Doch gegen die Verwerfungen am Strommarkt sind sie offenbar nicht immun. Eon und RWE stehen vor harten Zeiten. manager magazin online erklärt, was den Strom-Dinos bevorsteht.

Hamburg - Keine drei Jahre ist es her, da hat Eon feierlich sein Gaskraftwerk Irsching 5 in der Nähe von Ingolstadt eröffnet. Hocheffizient arbeite der neue Block, natürlich, vor allem aber sei er flexibel einsetzbar. "Es gewährleistet eine zuverlässige und sichere Energieversorgung - auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht", jubelten der Düsseldorfer Versorger und seine regionalen Partner zur Eröffnung. "Das Kraftwerk leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Ausbau der Erneuerbaren Energien."

Der Satz muss inzwischen wie Hohn in den Ohren der Kraftwerksmitarbeiter klingen. Weniger als 1600 Stunden im Jahr habe das Kraftwerk zuletzt Strom produziert, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen jetzt, anfangs seien es 4000 Stunden gewesen. Block 3 war sogar nur an neun Tagen am Netz.

Der Grund: Die Mengen von Strom aus Wind- und Solarkraftwerken haben so stark zugenommen, dass Irsching seltener gebraucht wird. Gut 100 Terawattstunden produzierten die Erneuerbaren in den ersten drei Quartalen des Jahres - gut ein Viertel der Gesamtleistung. Zudem ist es billiger, Strom aus Kohle zu erzeugen als aus Gas.

Gas verliert, Braunkohle gewinnt

Eon Chart zeigen macht mit einer stetig wachsenden Zahl von Kraftwerken keinen Gewinn mehr. Auch RWE Chart zeigen, Vattenfall und EnBW sind einer dramatischen Situation ausgesetzt, wie sie die Fachwelt vor kurzem nicht für möglich gehalten hat. Der grüne Strom drückt Kraftwerke auch in anderen Ländern Europas aus dem Netz, das Preisniveau sinkt, und zu allem Übel rauscht die Stromnachfrage aufgrund der Rezession in Südeuropa in den Keller.

"Die Verwerfungen in den europäischen Energiemärkten verschärfen sich schneller als jemals zuvor", sagte Teyssen, als er am Dienstag milliardenschwere Abschreibungen auf konventionelle Kraftwerke erläuterte. Das Paradoxe am gegenwärtigen Stand der Energiewende: Ausgerechnet das Unternehmen mit einem hohen Anteil von vergleichsweise sauberen Gaskraftwerken im Portfolio (Eon) leidet am stärksten. Dagegen kommt der Konzern, der die besonders umweltschädliche Braunkohle bevorzugt (RWE) vergleichsweise gut davon.

Für Eon ist jetzt rasches Handeln gefragt, um Schlimmeres zu verhindern. Doch auch die anderen Versorger können kaum so weitermachen wie bisher. manager magazin online gibt einen Überblick über die wichtigsten Gründe für die epochalen Verwerfungen am Markt und mögliche Strategien der Konzerne.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Teslas Batterie-"Gigafactory"
Amerika sucht den Super-Standort
Energie-Reform
Neues EEG tritt zum August in Kraft
Wie stark ist Deutschland wirklich?
"Den Erfolg nicht zu Kopf steigen lassen!"
Stromerzeugung
Texas, das gelobte Land der Windenergie

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger