Energiewendemanager magazin RSS  - Energiewende

Alle Artikel und Hintergründe


13.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Europäischer Strommarkt
EU will Ökostrom-Förderung prüfen

Viel Wind um die Ökostrom: Die EU will die Förderungen harmonisieren - das gefährdet das deutsche EEG
DPA

Viel Wind um die Ökostrom: Die EU will die Förderungen harmonisieren - das gefährdet das deutsche EEG

EU-Kommissar Günther Oettinger plant Berichten zufolge starke Eingriffe in die Energiepolitik der 27 EU-Staaten. Die Vereinheitlichung von Ökostrom-Förderungen könnte das deutsche EEG in Gefahr bringen - und großen Energieversorgern drohen hohe Investitionen.

München - EU-Kommissar Günther Oettinger plant einem Zeitungsbericht zufolge weit reichende Eingriffe in die Energiepolitik der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will Oettinger den Strommarkt stärker europäisieren und die bisherigen Fördersysteme der nationalen Regierungen für einzelne Energieträger harmonisieren. Damit könnte auch das deutsche Ökostrom-Fördergesetz EEG vor Einschnitten stehen. Das EEG hatte in den vergangenen Jahren für einen Boom des grünen Stroms, aber auch für steigende Strompreise gesorgt.

Oettinger will die Pläne noch in dieser Woche in Brüssel vorstellen, seit Wochen kritisiert er die deutschen Strompreise als zu hoch.Noch darf jedes EU-Mitglied bei grünem Strom nach eigenem Gusto fördern. Denn um die junge Ökostrombranche zu schützen, gilt eine Ausnahme vom europäischen Beihilfe-Verbot. Doch offenbar will Brüssel dies kippen. Angesichts der technologischen Entwicklung müsse die Regelung überprüft werden, heißt es in dem Papier des Kommissars, das der "SZ" vorliegt. Die EU werde Leitlinien für eine europaweite Reform der nationalen Fördersysteme erarbeiten.

Das EEG wurde weltweit als Modell für den Ausbau erneuerbarer Energien kopiert, allerdings mehrte sich zuletzt wegen stark steigender Kosten die Kritik an dem Fördersystem. Die Bürger zahlen die auf 20 Jahre garantierten, über den Marktpreisen liegenden Vergütungen per Umlage über ihren Strompreis mit.

Oettinger strebt seit längerem eine umfassende Harmonisierung der Förderung an - der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und die Ökoenergiebranche hatten dies 2011 als Kampfansage an die deutsche Ökostromförderung abgelehnt. Befürchtet wird, dass so der Ausbau erneuerbarer Energien ausgebremst würde.

Die Grünen im Europäischen Parlament kritisierten die Pläne scharf. In Europa drohe beim Ökostrom der kleinste gemeinsame Nenner, warnte Claude Turmes, Vize-Chef der Grünen-Fraktion laut Zeitung. Das könne den Ausbau grüner Energien deutlich dämpfen.

EU-Staaten behindern Strom- und Gasmarkt

Doch das Papier enthält auch Bedrohliches für die großen Energieversorger. Denn die EU könnte sie in relativ kurzer Zeit zu hohen Investitionen zwingen. Viele EU-Mitgliedstaaten behindern immer noch den freien Handel mit Strom und Gas, heißt es in der Analyse. Sie lassen den Verbrauchern zu wenig Freiheit bei der Wahl ihrer Anbieter, zitiert die Financial Times Deutschland aus dem Papier.

Nach derzeitigem Stand werde das von den Staats- und Regierungschefs festgelegte Ziel, den Energie-Binnenmarkt bis 2014 zu verwirklichen, nicht erreicht. Ohne umfassende Veränderungen im Energiemarkt drohten "ein weniger zuverlässiges und teureres Energiesystem, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und sinkender Wohlstand", heißt es laut "FTD" in der Analyse.

Dem Papier zufolge will die Europäische Union den zersplitterten europäischen Energiemarkt bis 2014 endgültig einen und den Umbau der Energiewirtschaft forcieren. Innerhalb von drei Jahren sollen Strom und Gas in allen Teilen der EU ohne Grenzen fließen können. Die Gesamtkosten für die nötige Erneuerung des europäischen Energiesystems - etwa bei Kraftwerken sowie Strom- und Gasleitungen - beziffert die EU auf eine Billion Euro.

wed/dpa-afx

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Klimawandel
Rockefeller-Erben sagen Öl den Kampf an
Kraftwerkssparte
RWE weitet Sparprogramm aus
Expertenberechnungen
Strom wird 2015 deutlich billiger
AKW-Abschaltung
RWE verklagt Bund und Hessen wegen Biblis

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger