Industriemanager magazin RSS  - Industrie

Alle Artikel und Hintergründe


13.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Nordex-Chef
"Wir können nicht überall die Besten sein"

Von Kristian Klooß

Ranking: Die größten Windturbinenbauer der Welt
Fotos
DPA

Der Windturbinenbauer Nordex will sich vom Konzern zum Mittelständler zurechtschrumpfen. Vorstandschef Jürgen Zeschky erklärt, wie er dieses Ziel vorantreibt - und welche Chancen er in den USA unter Barack Obama sieht.

mm: Herr Zeschky, Sie haben entschieden, aus dem Konzern Nordex den Mittelständler Nordex zu formen. Die neue Strategie haben Sie im September verkündet. Was wollen Sie ändern?

Zeschky: Es gibt drei Aspekte. Da ist zunächst die Effizienz im operativen Geschäft. Zweitens die strukturelle Seite, also vor allem das Setup an unseren zwei internationalen Standorten in China und den USA. Drittens das Thema Strategie, bei dem es vor allem um die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen geht.

mm: Im operativen Geschäft werden Sie dabei auf die Arbeit Ihres bisherigen COO Marc Sielemann verzichten. Warum musste er gehen?

Zeschky: Herr Sielemann hat sich selbst dafür entschieden, das Unternehmen zu verlassen um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden. Er hat definitiv seine Verdienste, was die Produktion betrifft. Beispielsweise hat er die Produktion von der Zellfertigung auf Flussfertigung umgestellt und die Produktionskosten deutlich reduziert. Nach dem Rücktritt von Herrn Sielemann haben wir zusammen mit unserem Aufsichtsrat beschlossen, den Vorstand auf drei Personen zu verkleinern. Dahinter steht die Notwendigkeit, unsere Strukturen zu vereinfachen und Kosten zu sparen.

mm: Nordex leidet darunter, dass in den vergangenen Jahren trotz sinkender Umsätze hunderte neuer Mitarbeiter eingestellt worden sind. Wie erklären Sie diese Entwicklung?

Zeschky: Es war dem Wachstumspfad der Vergangenheit geschuldet. Zwischen 2004 und 2008 ist Nordex um rund 50 Prozent im Jahr gewachsen. Der Personalpolitik lag die Idee zugrunde, die Strukturen für künftiges Wachstum rechtzeitig aufzubauen. Sonst wäre das Unternehmen Gefahr gelaufen, Projekte nicht profitabel abwickeln zu können. Wir haben einen Konzern gebaut, der aus den drei Regionalgesellschaften Asien, Amerika und Europa bestand. Jetzt haben wir dieselben Probleme wie derzeit viele Industrieunternehmen: Die Kapazitäten sind zu hoch. Wir haben daher entschieden, uns strukturell an diese Situation anzupassen.

mm: Gleichzeitig suchen Sie 130 neue Facharbeiter in Rostock.

Zeschky: Ja, das sind aber Jobs, die direkt wertschöpfend sind. Diese Mitarbeiter bauen die Rotoren für unser Erfolgsmodell N-117...

mm: ...ihre neue Turbine für Schwachwindstandorte.

Zeschky: Die Bereiche, in denen wir überhaupt Jobs aufbauen, sind Fertigung und Service. Ansonsten bauen wir strukturell ab.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Adidas-Tochter
Investorengruppe will Reebok kaufen
Mitsubishi und Toyota
Japan versucht sich wieder im Flugzeugbau
Volle Auftragsbücher
General Electric trotzt Konjunktursorgen
Ölpreis stürzt ab
Hat Siemens sich bei Dresser-Rand verzockt?

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...

Zur Person

  • Copyright: Nordex
    Nordex
    Der studierte Ingenieur Jürgen Zeschky (52) legte schon in seiner Promotion über "Strömungmessung in Rotoren von Gasturbinen" die Grundlage für seine spätere Karriere. Diese begann 1991 bei Mannesmann Demag, wo er zuletzt als Director of Operations in den USA arbeitete. 2003 wechselte er zum Maschinenbauer Voith, dessen Konzernsparte Voith Turbo er bis 2012 leitete. Seit März 2012 ist Zeschky Vorstandsvorsitzender der Nordex SE.

    Nordex gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Windkraftturbinen. Insgesamt hat das Unternehmen weltweit rund 5000 Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 7.800 Megawatt installiert. Konzernsitz ist Rostock. Gefertigt werden die Anlagen sowohl in Rostock als auch in China und den USA.









Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger