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29.10.2012
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Firmen erzeugen selbst Strom
Großkunden laufen RWE und Eon davon

Von Nils-Viktor Sorge

Hohe Strompreise: Wie Firmen die Versorgung in die eigene Hand nehmen
Fotos
REUTERS

Angesichts steigender Strompreise werden Manager kreativ: Immer mehr Firmen erzeugen ihre Elektrizität einfach selbst. Beliebt sind zunehmend regenerative Energien, sogar die verpönte Fotovoltaik lohnt sich. Für Versorger wie RWE und Eon ist die Entwicklung bedrohlich.

Hamburg/Wittenburg - Die Manager des Fischvermarkters "Deutsche See" sehen der nächsten Strompreiserhöhung jetzt etwas entspannter entgegen. Auf dem Dach ihres Kühlhauses in Bremerhaven liefern seit kurzem 315 Solarmodule Strom, den ausschließlich die Kältemaschinen vor Ort verbrauchen.

"Wir sparen mit unserer Fotovoltaikanlage Kosten ein", sagt der Energieexperte des Unternehmens, Kurt Vormschlag. "Die Erzeugungskosten für den Strom sind geringer als die Bezugskosten aus dem Netz." Etwa ein Drittel des gesamten Energiebedarfs soll die Anlage decken. Das Besondere: Eine Einspeisevergütung gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nicht nötig.

"Deutsche See" ist eine der ersten Firmen, die die sinkenden Preise für Solaranlagen auf diese Weise nutzen. Doch ihre Zahl nimmt zu. Auch Supermärkte und Skihallen liebäugeln verstärkt mit der Fotovoltaik. Größere Industriebetriebe wiederum bauen einfach Windräder oder Blockheizkraftwerke auf ihr Firmengelände. Subventionen sind in vielen Fällen schon nicht mehr nötig.

Zu Stromrebellen werden die Unternehmen, weil es sich aus mehreren Gründen lohnt:

• Strom aus dem Netz wird stetig teurer. Um fast 50 Prozent steigt zum Jahreswechsel allein die Umlage für Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Auch bei den Netzentgelten gibt es zum Teil üppige Aufschläge

• Selbst erzeugter und vor Ort genutzter Strom ist von diesen Nebenkosten sowie der Stromsteuer jedoch befreit

• Zudem werden dezentrale Energiesysteme ständig billiger.

"Angesichts steigender Preise wollen immer mehr Unternehmen ihren Strom selbst erzeugen", sagt Energiefachmann Sebastian Bolay vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Im Idealfall können sie auf diese Weise bis zu 50 Prozent Kosten sparen."

Einer DIHK-Umfrage zufolge haben bereits 13 Prozent aller Firmen eine eigene Stromversorgung aufgebaut, weitere 16 Prozent planen dies - sehr zum Leidwesen von Stromversorgern wie Eon Chart zeigen und RWE Chart zeigen. In der Industrie liegen die Werte noch höher.

Und laut DIHK-Mann Bolay "verfestigt" sich der Trend zu mehr Eigenversorgung: "Für die überwiegende Zahl der Firmen ist das lukrativ."

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Firmen setzen weltweit auf regenerative Energien

Weltweit beziehen Firmen zunehmend Strom aus erneuerbaren Quellen, hat der Brancheninformationsdienst Bloomberg New Energy Finance ermittelt. Zudem kommen Firmen dabei öfter ohne Subventionen aus. Am häufigsten beziehen Firmen ihren Strom aus erneuerbaren Energien, indem sie direkt in die Anlagen investieren. Ebenfalls weit verbreitet ist es, Grünstrom-Zertifikate zu kaufen. Von den Dax-Konzernen haben Deutsche Bank (73 Prozent) und Deutsche Telekom (48 Prozent) die höchste Ökostrom-Quote. Vor allem Firmen, die im Geschäft mit Konsumenten tätig sind, setzen auf eine hohe Versorgung aus erneuerbaren Energien - das bingt einen Imagegewinn. Große Industriebtriebe siedeln sich zudem oft in direkter Nachbarschaft zu Wasserkraftwerken an, um günstigen Strom zu beziehen - so haben es beispielsweise BMW und SGL Carbon im US-Bundesstaat Washington getan. Dort werden leichte Kunststoffteile für die Autos der Münchener gefertigt. In Leipzig hat BMW Windräder aufgestellt, was zudem Kosten spart.








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