Freitag, 22. September 2017

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Anleger geschockt Solarworld steckt in tiefroten Zahlen fest

Laut Solarworld-Chef Frank Asbeck hat das Preisdumping durch Konkurrenz aus China Schuld an der Misere

Für Solarworld sieht es düster aus: Nach millionenschweren Abschreibungen und tiefroten Zahlen in den ersten sechs Monaten erwartet Vorstandschef Frank Asbeck nun auch im Gesamtjahr erneut einen operativen Verlust. Erneut müssen Mitarbeiter gehen. Die Aktie bricht weg.

Düsseldorf - An der Börse brach die Aktie zu Handelsbeginn am Montag um rund zehn Prozent auf 1,18 Euro ein. Als Hauptgrund für die Misere nannte Asbeck den Preisverfall, ausgelöst durch das Preisdumping chinesischer Konkurrenten. Zudem rechnet der Firmenchef mit weiter sinkenden Erlösen bei gleichzeitig steigendem Absatz.

Er will nun erneut mit Stellenstreichungen gegensteuern. 300 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2012 wegfallen. Im Vorjahr mussten bereits 500 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Aktuell beschäftigt Solarworld Börsen-Chart zeigen noch knapp 2600 Mitarbeiter.

Börsianer waren von den Nachrichten geschockt. "Die Zahlen sind richtig übel, der dicke Verlust kam aus heiterem Himmel", sagte ein Händler. "Man sieht mal wieder, dass die Krise in der Solarindustrie überall ihre Spuren hinterlässt - auch Solarworld ist davor nicht gefeit."

Kater nach Solarboom

Wertberichtigungen von rund 120 Millionen Euro sorgten im ersten Halbjahr für einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 143,8 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 70,5 Millionen in den Büchern stand. Unter dem Strich lag das Minus bei 159,3 (Vorjahr: plus 22,2) Millionen Euro.

Der Umsatz brach trotz Absatzzuwächsen auf 340 (533,6) Millionen Euro ein. Analysten hatten deutlich mehr erwartet. Der Solarkonzern hatte zum Jahresauftakt noch von einer Sonderkonjunktur vor den anstehenden Förderkürzungen profitiert und mehr verdient als von Experten erwartet. Wegen des Preisverfalls und hoher Abschreibungen hatte Solarworld allerdings bereits 2011 bei einem Umsatzrückgang auf rund eine Milliarde Euro einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen verbucht. Operativ lag das Minus bei 233,2 Millionen Euro.

mahi/rtr

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