Samstag, 19. August 2017

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Atomausstieg Firmen bauen eigene Kraftwerke

Selbst ist die Fabrik: Welche Firmen auf eigene Kraftwerke setzen
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BASF

Der geplante Atomausstieg lässt in vielen Unternehmen die Angst vor steigenden Strompreisen und Blackouts wachsen. Energieintensive Betriebe bauen deshalb zunehmend eigene Kraftwerke. Das schafft Sicherheit, belebt den Wettbewerb und erhält eine Firma mitunter dem Standort Deutschland.

Hamburg - Wenn Geschäftsführer Uwe Amann durch die Maschinenhalle der Spremberger Papierfabrik läuft, fällt sein Blick auf die gewaltigen Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Schwarze Pumpe. Noch versorgen die Meiler des Energiekonzerns Vattenfall den Hersteller von jährlich 330.000 Tonnen Wellpappenrohpapier mit Energie - doch im kommenden Jahr soll damit Schluss sein. Die Papierfabrik im südlichen Brandenburg baut ihr eigenes Kraftwerk.

Ein 24 Meter hohes Brennstofflager steht schon, ab Sommer montieren Arbeiter die Kesselgerüste. "Die Versorgung über ein eigenes Kraftwerk ist effizienter und deshalb wirtschaftlich sicherer", sagt Amann. Die mit Gewerbeabfällen gespeiste Anlage wird über eine elektrische Leistung von knapp 20 Megawatt und eine thermische Leistung von 110 Megawatt verfügen. Damit soll das 140 Millionen Euro teure Bauwerk den gesamten Wärme- und 70 Prozent des Strombedarfs in der Fabrik decken.

Ähnliche Pläne hegt derzeit eine wachsende Zahl von Industriebetrieben, da die Unsicherheit um steigende Strompreise einen neuen Höhepunkt erreicht. Weil die Bundesregierung angesichts der Nuklearkatastrophe die deutschen Atomkraftwerke abschalten will, wächst mancherorts zudem die Sorge vor Blackouts.

Blockheizkraftwerke, aber auch Windkraftanlagen sind im Kommen

"Vielen Unternehmen ist es vor diesem Hintergrund wichtig, über eigene Kapazitäten zu verfügen und nicht auf Dritte angewiesen zu sein", sagt Energieberater Gerald Menzler vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK). "Das Interesse an diesen Anlagen nimmt zu - bei großen und kleinen Firmen."

Meist setzen die Firmen wie in Spremberg auf Blockheizkraftwerke, die auch mit anderen Brennstoffen betrieben werden können. So nutzt BMW Börsen-Chart zeigen in seinem Leipziger Werk Gas für das 2009 gestartete Kraftwerk. Die Anlagen lassen sich rund um die Uhr zuverlässig betreiben und nutzen die eingesetzte Energie zu etwa 90 Prozent aus. Volkswagen Börsen-Chart zeigen will indes Windkraftanlagen bauen, um mit dem Strom Gas zu erzeugen.

Künftige Belastungen aus dem Handel mit Kohlendioxidzertifikaten und die gesetzliche Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz eingerechnet, lohnen sich Blockheizkraftwerke angesichts steigender Strompreise häufiger, sagt Menzler. "Eine KWK-Anlage amortisiert sich oft bereits nach zweieinhalb Jahren."

Firmeneigene Dampf- und Stromkraftwerke sind nicht neu in Deutschland. Eine derartige Anlage unterhält beispielsweise Daimler Börsen-Chart zeigen am Werk Sindelfingen seit 1960. Sie wird gerade für 38 Millionen Euro modernisiert. BASF Börsen-Chart zeigen unterhält in Ludwigshafen einen regelrechten Kraftwerkspark. Im Jahresmittel versorgt sich das Werk laut Unternehmensangaben zu 100 Prozent selbst - mit 19,5 Millionen Tonnen Dampf und 6,5 Millionen Megawattstunden Strom. Die Anlagen sparen dem Konzern 200 Millionen Euro im Jahr ein.

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