Sonntag, 23. September 2018

Biokraftstoff ADAC verklagt Ölkonzerne wegen E10

Biokraftstoff E10: Als Alternative ist vielerorts nur noch das teurere Super Plus zu finden

Der ADAC hat die Mineralölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell angezeigt. Der Automobilclub kritisiert, dass die Ölmultis an ihren Tankstellen den Autofahrern neben dem umstrittenen Biokraftstoff E10 vielerorts kein herkömmliches Super mehr als Alternative anbieten.

München - Nach Ansicht des ADAC verstoßen Aral, BP, Jet, OMV und Shell gegen die gesetzlichen Regelungen zur E10-Einführung: Sie böten nach der Einführung des neuen Kraftstoffes an manchen Tankstellen kein herkömmliches Super mehr als E10-Alternative an, sondern zum Beispiel nur das teurere Super Plus.

Es sei vorgeschrieben, dass Anbieter von Super E10 gleichzeitig auch ein entsprechendes "klassisches" Superbenzin E5 mit niedrigerem Ethanol-Anteil vorhalten müssten. Stichproben hätten gezeigt, dass an Tankstellen in München unter der Bezeichnung Super aber ein Kraftstoff der Qualität Super Plus angeboten werde, der pro Liter acht Cent mehr koste der neue Biosprit. Superbenzin hat normalerweise die Oktanzahl 95, während Super Plus bei 98 liegt. Die Oktanzahl bestimmt die "Klopffestigkeit" des Kraftstoffs.

Der Automobilclub unterstrich, dass er die Einführung des Super E10 unterstütze, indem er den Autofahrern ausführliche Informationen zu dem Thema anbiete. Das ändere aber nichts daran, dass die Wahlfreiheit des Verbrauchers zwischen den Kraftstoffarten erhalten bleiben müsse.

Der neue Biokraftstoff hat mit erheblichen Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Der Mineralölkonzern Shell Börsen-Chart zeigen war kürzlich mit dem Angebot einer kostenlosen Versicherung gegen E10-Schäden vorgeprescht, um skeptische Autofahrer zu überzeugen. Trotz aller Bemühungen von Politik und Wirtschaft lehnen die deutschen Autofahrer aus Angst vor Motorschäden mehrheitlich E10 immer noch ab.

mg/dpa/rtr

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