Dienstag, 17. Juli 2018

Windkraft Großkonzerne übernehmen das Ruder

Windenergie: Die wichtigsten Player der Zukunftsbranche
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DPA

Vor Europas Küsten sollen in den kommenden Jahren gigantische Windparks entstehen. Die Branche streift ihr alternatives Image damit endgültig ab. Großkonzerne wie Siemens und GE schwingen sich zu den größten Anlagenbauern auf, statt Bürgern betreiben Energieversorger die Parks.

Hamburg - Vestas geht, Siemens kommt: In Großbritannien hatte der dänische Weltmarktführer im vergangenen Jahr noch seine Windrotorenfertigung geschlossen und in die USA verlegt, Streiks und eine Betriebsbesetzung waren die Folgen. Doch nun erweitert der Münchener Technologiekonzern sein Engagement auf der Insel aus. Bis 2014 soll eine Fabrik samt 700 Arbeitsplätzen entstehen, teilte Siemens gestern mit, das Investitionsvolumen beträgt 80 Millionen Pfund (91 Millionen Euro).

Der Wachwechsel im Königreich steht stellvertretend für einen zunehmend klaren Branchentrend. Dabei versuchen die alteingesessenen Windkraftpioniere wie Vestas Börsen-Chart zeigen, Enercon oder Nordex Börsen-Chart zeigen mühsam ihre Markanteile zu halten. Großkonzerne wie Siemens Börsen-Chart zeigen oder General Electric Börsen-Chart zeigen sowie vor allem in Asien chinesische Anbieter befinden sich dagegen auf dem Vormarsch.

"Diese Tendenz wird sich weiter fortsetzen", sagt Analyst Holger Fechner von der NordLB. Konzerne könnten angesichts immer umfangreicherer Projekte ihre Größe optimal ausspielen, und Synergien im gesamten Unternehmen nutzen. "Die klassischen Anbieter haben es schwer mitzuhalten."

Im vergangenen Jahr hat Vestas seine weltweite Führungsposition mit einem Marktanteil von 12,5 Prozent noch knapp verteidigt, doch lediglich 0,1 Prozentpunkte dahinter liegt bereits General Electric. Siemens hat sich in den vergangenen Jahren in den Top Ten etabliert und kommt laut der Aufstellung der Unternehmensberatung BTM auf 5,9 Prozent.

Siemens greift oben an

Aus Sicht der Münchener eine gute Ausgangsposition für den Marsch in die engere Führungsgruppe. "2012 wollen wir weltweit die Nummer drei sein", sagt der Chef der Division Renewable Energy, Rene Umlauft, gegenüber manager magazin.

Wachstumstreiber soll dabei vor allem die Offshore-Technologie sein. Allein vor den Küsten Deutschlands sollen in den nächsten Jahrzehnten Anlagen mit einer Nennleistung von 25.000 Megawatt entstehen. Bei stetigem Wind könnten sie theoretisch so viel Strom erzeugen wie etwa 20 Kernkraft- oder Kohlekraftwerke. "Wir sind in der Lage, die Produkte für die geplanten Windparks zu liefern", sagt Umlauft.

Siemens bezeichnet sich in diesem Segment schon jetzt als Weltmarktführer. "Das ist unser dauerhafter Anspruch in Deutschland und weltweit", sagt Umlauft. Grundstein für das Engagement im Windbereich war der Kauf der dänischen Firma Bonus Energy, Dänemark ist bis heute zentraler Standort für die Aktivitäten.

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