Donnerstag, 15. November 2018

Autoindustrie Zwischen Mobilität und Klimawandel

Der Individualverkehr wird weltweit kräftig wachsen und droht, Umwelt und Klima immer stärker zu belasten. Die Autoindustrie muss daher umweltfreundliche und verbrauchsarme Antriebstechnologien zur Marktreife entwickeln. Laut einer Studie der Berenberg Bank und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts steht die Branche vor großen Umwälzungen.

Hamburg - Die höchsten Wachstumsraten des Individualverkehrs werden demnach in Regionen erwartet, in denen die Bevölkerungszahlen und das Durchschnittseinkommen ansteigen. So wird für China bis 2020 eine Pkw-Dichte von 115 Fahrzeugen auf 1000 Einwohner prognostiziert. "Bis 2030 werden somit allein in China über 100 Millionen Fahrzeuge mehr auf der Straße sein als heute", so Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).

Zwischen Vergangenheit und Zukunft: "Bis 2030 werden somit allein in China über 100 Millionen Fahrzeuge mehr auf der Straße sein als heute"
[M] DDP; DPA; mm.de
Zwischen Vergangenheit und Zukunft: "Bis 2030 werden somit allein in China über 100 Millionen Fahrzeuge mehr auf der Straße sein als heute"
Die Pkw-Dichte ist in den westlichen Industrieländern bereits deutlich höher. In Deutschland und Europa hat jeder zweite Bürger einen Pkw, in den USA kommen schon 710 Pkw auf 1000 Bürger, und in Los Angeles, der Stadt mit der höchsten Pkw-Dichte, sind es sogar 910 Autos.

"Den Bundesbürgern ist ihre individuelle Mobilität sehr wichtig", sagt Straubhaar. Die Kosten für Mobilität rangieren in Deutschland direkt hinter den Kosten für das Wohnen und noch vor den Ausgaben für Nahrung, Getränke und Tabakwaren.

2200 Euro gab jeder Bundesbürger 2007 für die eigene Fortbewegung aus. Zum Vergleich: Der durchschnittliche EU-Bürger wendet rund 400 Euro weniger auf (2006).

Diese steigende Nachfrage nach Mobilität belastet vor allem die Städte und brächte langfristig einen deutlich erhöhten CO2-Ausstoß mit sich.

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