Mittwoch, 19. September 2018

Mobilität Elektroauto - ohne den Staat geht es nicht

Der Siegeszug der Elektroautos wird einer aktuellen Studie zufolge viel Zeit in Anspruch nehmen. Bis zum Jahr 2025 dürften weltweit gerade einmal 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen fahren. Doch auch dann seien sie noch viel teurer als herkömmliche Pkw. Der Staat sollte den Kauf von E-Fahrzeugen mit einer Prämie von bis zu 10.000 Euro fördern, heißt es.

München - Dies wären gerade einmal 1,5 Prozent des dann vorhandenen Gesamtbestandes an Autos, heißt es in der aktuellen Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Die verschiedenen Formen des Hybridantriebs dürften dann zwar schon weiter sein, aber auch nur auf einen Marktanteil von rund 9 Prozent kommen. Die vorherrschende Antriebstechnik bleibe zunächst der Verbrennungsmotor.

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Die Autoindustrie müsse viel Geld in die Hand nehmen, um sowohl die neuen Elektroantriebe zu entwickeln als auch die alten Verbrennungsmotoren zu verbessern, heißt es in der Studie weiter.

Allein in den kommenden zehn Jahren dürften dafür rund 300 Milliarden Euro fällig werden, davon 50 Milliarden Euro für die Entwicklung von neuen Hybrid- und Elektromodellen.

Die Autoindustrie stecke allerdings in der Zwickmühle, diese Kosten allenfalls zu einem geringen Teil an die Kunden weitergeben zu können. Derzeit koste ein Elektroauto etwa 150 Prozent mehr als ein normales Auto.

"Selbst im Jahr 2025 sind die Herstellkosten noch um 60 Prozent höher", sagt Wyman-Automobilexperte Christian Kleinhans voraus. Elektrofahrzeuge seien so auf absehbare Zeit ein Verlustgeschäft.

Hier müsse der Staat regulierend eingreifen, fordern die Autoren der Studie. "Der Staat wird zu einem neuen und gewichtigen Spieler im Powerplay nationaler Interessen. Pro Kauf eines Elektrofahrzeugs sollte eine E-Fahrzeug-Prämie von bis zu 10.000 Euro gewährt werden", regt Experte Kleinhans an. Auch steuerliche Anreize seien denkbar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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