Montag, 10. Dezember 2018

Biosprit Mahlzeit, Motoren!

8. Teil: Politische Akzeptanz als Hauptzutat

Hauptzutat: Politische Akzeptanz

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Politische Akzeptanz ist eine wichtige Zutat für die Kraftstoffe der Zukunft. Die Politik kann nur schwer rechtfertigen, wenn sie Energien fördert, die die Nahrung der armen Länder verfeuert oder das Klima einfach nur über Umwege schädigt - Stichwort Regenwald. Je nachdem, wie die öffentliche Debatte verläuft, leiden die deutschen Produzenten auch unter den Sünden ihrer brasilianischen oder US-amerikanischen Kollegen; auch eine weit entfernt schwelende Tortilla-Krise ist schlecht fürs Image. Auch hierzulande regt sich Widerstand, etwa in Form des Appells der Lebensmittelhersteller vom Juni, die "Wettbewerbsverzerrungen durch Bioenergieförderung" zu stoppen.

Angesichts solcher Diskussionen ist auch ein emotionales Herangehen an das Thema Biosprit keine Duselei. Lutz Guderjahn von Cropenergies signalisiert Verständnis: "Weizen ist gefühlsmäßig mit Brot verknüpft, einem Grundnahrungsmittel. Es ist nicht überraschend, wenn viele Menschen mit einer anderen Nutzung ein Problem haben."

Die Lösung? Vielleicht der Verweis auf energiepolitische Selbstständigkeit? Oder die Bedeutung der neuen Techniken für die ländlichen Regionen, in denen sie angesiedelt werden?

Guderjahn bietet eine andere Interpretation an: "Was da auf den Feldern gedeiht, das ist gespeicherte Sonnenenergie." Eine technische Sichtweise. Über Ethik und Emotion muss man da nicht sprechen.

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